Die HQ Symphony Speed 2.0 war eine gestreckte Zweileiner-Lenkmatte für hohes Tempo und direkten Zug. Im damaligen Test fiel sie durch ihre schmale Form, schnelle Richtungswechsel und eine spürbar höhere Anforderung an Konzentration und Standfestigkeit auf. Sie richtete sich eher an erfahrene Piloten als an den ersten Flugtag.
Das getestete Modell hatte ungefähr zwei Meter Spannweite und 60 Zentimeter Tiefe. Zum Set gehörten laut Altbeitrag zwei 30 Meter lange Leinen mit einer angegebenen Bruchlast von 100 Kilopond, ein Winder, eine Hülle und eine Anleitung. Gepolsterte Schlaufen waren damals nicht enthalten.
Speed 2.0 richtig einordnen
Eine gestreckte Matte besitzt im Verhältnis zur Spannweite wenig Tiefe. Dadurch durchfliegt sie das Windfenster schnell und baut auf geraden Linien zügig Druck auf. Gleichzeitig reagiert sie auf Seitenböen und kleine Steuerfehler empfindlicher als eine breitere, rundere Einsteigermatte.
Der Name Speed beschreibt den Charakter gut. Die 2.0 ist kein Zugschirm für Sprünge und kein Vierleiner mit Bremsleinen. Sie wird klassisch über zwei Leinen gesteuert, entwickelt bei ausreichend Wind aber einen kräftigen horizontalen Zug.
Wer eine ruhigere, kompaktere Matte sucht, findet im Test der HQ Symphony Beach 1.7 eine andere Abstimmung. Die größere Symphony Speed 2.5 verstärkt Fläche und Zug weiter.
Lieferumfang und fehlende Schlaufen
Die damaligen 30-Meter-Leinen boten ein großes Windfenster und ausreichend Zeit für weite Kurven. Der Winder hielt beide Leinen zusammen, die Hülle nahm Matte und Zubehör auf. Vor jedem Einsatz werden Leinen vollständig auf Scheuerstellen und gleiche Länge geprüft.
Ungepolsterte Handschlaufen können bei längerem Zug einschneiden. Passende gepolsterte Schlaufen verteilen die Last besser. Sie müssen zur Zweileiner-Steuerung passen und sicher mit den Leinen verbunden sein.
Der Ratgeber zu Lenkmatten-Schlaufen und Griffen erklärt die Unterschiede. Ein Wechsel der Griffe verändert jedoch keine zulässige Windgrenze des Schirms.
Tuch, Zellen und Waage prüfen
Das Testmodell wurde für eine solide Waage und ummantelte, vernähte Verbindungen gelobt. Bei einem älteren Exemplar zählt der heutige Zustand. Jede Waageleine wird von der Anknüpfschlaufe bis zur Matte verfolgt.
Verschobene Knoten, raue Fasern oder ungleiche Seiten beeinflussen den Geradeausflug. Längen werden anhand verlässlicher Referenzwerte verglichen. Eigenmächtiges Kürzen nach Gefühl kann die gesamte Profilform verändern.
Das Tuch wird gegen Licht gehalten. Kleine Löcher, geöffnete Nähte und beschädigte Zellöffnungen brauchen eine fachgerechte Beurteilung. Die gestreckte Matte arbeitet unter höherer Spannung, daher sind Reparaturen mit beliebigem Klebeband keine dauerhafte Lösung.
Leinen und Bruchlast realistisch bewerten
Die historische Angabe von 100 kp beschreibt eine nominelle Leinenfestigkeit. Knoten, UV-Licht, Sand, Alter und Scheuerstellen verringern die Reserve. Zwei gleich aussehende Leinen können unterschiedlich gealtert sein.
Stärkere Ersatzleinen machen den Flug nicht automatisch sicherer. Sie erhöhen Luftwiderstand und verlagern die Belastung auf Waage, Tuch oder Piloten. Verwendet wird die zum Modell und Windbereich passende Spezifikation.
Beide Leinen müssen gleich lang sein. Eine kleine Differenz führt bei einem schnellen Schirm zu dauerndem Gegenlenken. Die Prüfung erfolgt unter geringer, gleicher Spannung.
Aufbau auf einer großen freien Fläche
Die Speed 2.0 braucht deutlich mehr Sicherheitsraum als ihre zwei Meter Spannweite vermuten lassen. Vor, neben und hinter dem Piloten bleiben Straßen, Leitungen, Gebäude, Menschen und Tiere weit entfernt. Örtliche Flugregeln und Schutzgebiete werden beachtet.
Lege die Matte mit der Hinterkante zum Piloten und den Zellöffnungen vom Wind weg aus. Etwas Sand oder geeigneter weicher Ballast sichert die Hinterkante. Beide Leinen werden gemeinsam und ohne Kreuzungen abgewickelt.
An den Enden kommen identische Buchtknoten zum Einsatz, sofern das konkrete Set diese Verbindung vorsieht. Die Buchtknoten-Anleitung zeigt den Ablauf.
Kleine Startöse mit Vorsicht behandeln
Der Altbeitrag erwähnte eine kleine Öse als Starthilfe. Eine solche Öse wird nur entsprechend der ursprünglichen Anleitung benutzt. Sie ist keine allgemeine Freigabe, die Matte unter Zug unbeaufsichtigt am Boden zu verankern.
Für einen sicheren Start ist ein erfahrener Helfer oft die bessere Lösung. Er hält die Matte an den Enden, prüft freie Leinen und gibt sie auf ein klares Signal frei. Der Pilot steht stabil und bringt den Schirm mit kleinen Bewegungen in die Windfenstermitte.
Allein wird im unteren Windbereich gestartet. Bei starkem Zug oder böigem Wind bleibt die Matte am Boden.
Flugcharakter im Windfenster
Am seitlichen Rand entwickelt die Speed 2.0 weniger Zug und lässt sich vor dem Start kontrollieren. In der Mitte beschleunigt sie stark. Gerade Durchflüge erzeugen dort die höchste Geschwindigkeit und eine deutliche Last an den Schlaufen.
Kleine Lenkbewegungen genügen. Große Handwege führen zu engen Kurven und können die Matte einklappen lassen. Nach jeder Kurve werden die Hände wieder ausgeglichen.
Die gestreckte Form fliegt auf ruhigen Linien sehr präzise. Seitenböen können jedoch eine Flügelspitze entlasten. Dann wird der Zug reduziert und die Matte kontrolliert zum Rand geführt, statt sie mit hektischen Impulsen durch die Fenstermitte zu treiben.
Geeigneter Wind und Abbruchpunkte
Der historische Test beschrieb die Speed 2.0 bereits bei mittlerem Wind als sehr schnell. Eine allgemeine Beaufort-Freigabe wird daraus nicht abgeleitet. Maßgeblich sind Handbuch, Zustand, Gelände und Erfahrung.
Gemessen wird in freier Höhe und nicht direkt hinter Auto, Hecke oder Düne. Mehrere Beobachtungen über einige Minuten zeigen Böen besser als ein einzelner Maximalwert.
Ein gleichmäßiger Küstenwind ist leichter einzuschätzen als turbulenter Wind hinter Bäumen oder Gebäuden. Böen können die Zugkraft innerhalb von Sekunden verändern. Ein Windmesser ergänzt die Beobachtung, ersetzt sie aber nicht.
Der Flug wird beendet, wenn die Standposition unsicher wird, Leinen deutlich pfeifen, die Matte wiederholt einklappt oder kontrollierte Landungen schwerfallen. Frühzeitiges Landen ist Teil guter Technik.
Körperhaltung und Kontrolle
Die Füße stehen versetzt und die Knie bleiben leicht gebeugt. Arme werden nicht vollständig durchgestreckt. Der Körper folgt dem Zug in kleinen kontrollierten Schritten, solange hinter dem Piloten genügend freier Raum liegt.
Schlaufen sitzen am Handgelenk, werden aber nicht zusätzlich um Hand oder Finger gewickelt. Bei einem Sturz muss die Belastung schnell reduziert werden können. Handschuhe schützen vor Abrieb, ersetzen jedoch keine passende Windwahl.
Eine erfahrene Begleitung beobachtet Start, Kurven und Landung. Sie erkennt häufig früher, wenn Wind und Matte nicht mehr zur Übung passen.
Kurven, Achten und Geschwindigkeit
Große liegende Achten eignen sich zum Kennenlernen. Sie verbinden beide Seiten des Windfensters und zeigen, wie Geschwindigkeit in der Mitte zunimmt. Die Kurven werden mit kurzen, präzisen Impulsen eingeleitet.
Enge Loopings verdrehen die Leinen. Einige Drehungen sind bei freien Leinen beherrschbar, müssen aber vor dem nächsten Aufbau sauber entfernt werden. Dauerndes Aufdrehen erhöht Reibung und erschwert die Längenkontrolle.
Tempo wird nicht durch kräftiges Reißen erzeugt. Die Matte beschleunigt über saubere Linien und ausreichenden Wind. Ruhige Steuerung liefert bei diesem Modell das bessere Flugbild.
Landen und Verpacken
Zum Landen wird die Speed 2.0 an den seitlichen Windfensterrand geflogen und langsam bis zum Boden geführt. Ein Helfer sichert die Matte. Bei Alleinlandung bleibt die Leine kontrolliert, bis die Hinterkante beschwert ist.
Beide Leinen werden gemeinsam in Achtform auf den Winder gelegt. Der Beitrag zum Aufwickeln von Drachenleinen zeigt eine ordentliche Methode.
Sand wird ausgeschüttelt, feuchtes Tuch vollständig getrocknet. Die Matte liegt locker in der Hülle, damit Zellöffnungen und Waage nicht dauerhaft geknickt werden.
Fazit
Die HQ Symphony Speed 2.0 war im damaligen Test eine schnelle, gestreckte Zweileiner-Matte mit ungefähr zwei Metern Spannweite und 60 Zentimetern Tiefe. 30-Meter-Leinen mit historisch angegebenen 100 kp, Winder und Hülle bildeten die Grundausstattung; gepolsterte Schlaufen waren eine sinnvolle Ergänzung. Ihre Stärke lag in präzisen Linien, hohem Tempo und kräftigem Zug. Genau diese Eigenschaften verlangen eine große freie Fläche, intakte Ausrüstung, kleine Lenkbewegungen und Erfahrung. Für den Einstieg ist eine ruhigere Beach-Matte meist leichter, während die Speed 2.0 als sportlicher nächster Schritt interessant bleibt.