Die HQ Symphony Beach und die Wolkenstürmer Paraflex Sport sind robuste Zweileiner-Lenkmatten ohne Gestänge. Trotzdem richten sie sich nicht an exakt denselben Piloten. Die aktuelle Symphony Beach III gibt es in mehreren Größen und gewöhnlich mit zwei getrennten Lenkschlaufen. Die aktuelle Paraflex Sport 2.3 ist größer, sportlicher ausgelegt und wird mit einer Zweileiner-Controlbar samt Safety Leash angeboten.

Für die Kaufentscheidung sind daher nicht Logo oder Farbe entscheidend, sondern Größe, Wind, gewünschte Zugkraft und Steuersystem. Wer seine erste Matte möglichst überschaubar kennenlernen möchte, liegt eher bei einer Symphony Beach III 1.8. Wer bewusst mehr Zug, eine Bar und ein vollständiger ausgestattetes Set sucht, kann die Paraflex Sport 2.3 wählen. Die größere Symphony Beach III 2.2 liegt dazwischen, wird aber weiterhin mit Schlaufen gesteuert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Symphony Beach III 1.8: 180 Zentimeter Spannweite, zwei 25 Meter lange Leinen mit 80 kp, Winder und Schlaufen; passend für einen kontrollierten Einstieg bei geeignetem Wind.
  • Symphony Beach III 2.2: 220 Zentimeter Spannweite, zwei 25-Meter-Leinen mit 100 kp und Schlaufen; mehr Fläche und Zug als die 1.8.
  • Paraflex Sport 2.3: 230 Zentimeter Spannweite, 1,7 Quadratmeter Fläche, zwei 20-Meter-Leinen mit 100 kp, Controlbar, Safety Leash und Groundstick; deutlich zugkräftiger, sobald der Wind zunimmt.
  • Für Kinder und vollständige Anfänger: Nicht allein auf die Altersangabe schauen. Größe, Körpergewicht, gleichmäßiger Wind, Platz und eine erfahrene Aufsicht müssen zusammenpassen.
  • Bei böigem oder kräftigem Wind: Keine der Matten allein wegen ihres aufgedruckten Windbereichs starten. Für erste Flüge ist ein mittlerer, gleichmäßiger Wind die bessere Wahl.

Welches Modell wurde hier ursprünglich verglichen?

Der alte Beitrag entstand aus Erfahrungen mit früheren Modellständen der Symphony Beach und Paraflex Sport. Diese Einordnung bleibt als historischer Eindruck wertvoll: Die Symphony Beach wirkte direkter und lebendiger, während die damalige Paraflex Sport gutmütig, aber zugkräftig flog. Preise, Größen und Lieferumfänge aus dieser Zeit dürfen jedoch nicht ungeprüft auf heutige Angebote übertragen werden.

Aktuell führt HQ die Symphony Beach III unter anderem als 1.3, 1.8, 2.2 und 2.5. Wolkenstürmer bietet neben kleineren Basic-Modellen die Paraflex Sport 2.3 an. Ein altes Angebot mit der Bezeichnung 2.1 kann deshalb ein anderes Tuch, andere Leinen und anderes Zubehör besitzen als ein heutiges Set. Unser Test der historischen Paraflex Sport 2.1 hilft beim Gebrauchtkauf, ersetzt aber keine Prüfung der konkreten Generation.

Symphony Beach III 1.8: der ruhigere Einstieg

Die Symphony Beach III 1.8 misst laut HQ 180 mal 60 Zentimeter. Zum flugfertigen Set gehören zwei 25 Meter lange Leinen mit 80 kp Tragkraft, ein Winder und zwei Schlaufen. Das Segel besteht aus Ripstop-Polyester. Der angegebene Windbereich reicht von 2 bis 6 Beaufort, das Herstelleralter beginnt bei zwölf Jahren.

Diese Daten sind keine Aufforderung, als Anfänger bis an die Obergrenze zu fliegen. Mit jeder Böe steigen Geschwindigkeit und Zug deutlich. Die 1.8 ist interessant, weil sie kleiner als die beiden anderen hier betrachteten Matten ist und über getrennte Schlaufen gesteuert wird. Dadurch lassen sich die Hände unabhängig bewegen. Das vermittelt klare Rückmeldung und erleichtert es, kleine Lenkausschläge zu üben.

Für Erwachsene mit bewusstem Wunsch nach kräftigem Zug kann die 1.8 schnell zu zahm sein. Für den ersten Kontakt mit einer Zweileiner-Matte ist genau diese Überschaubarkeit aber oft ein Vorteil. Wer noch zwischen Beach und höherwertigerer Pro-Serie schwankt, findet im Vergleich von Symphony Beach und Symphony Pro die wichtigeren Unterschiede bei Tuch, Flugleistung und Ausbau.

Symphony Beach III 2.2: mehr Zug mit Schlaufen

Die Symphony Beach III 2.2 ist 220 Zentimeter breit und 73 Zentimeter hoch. HQ liefert sie mit zwei 25 Meter langen Dyneema-Leinen mit 100 kp, Winder und Schlaufen. Die größere Spannweite bedeutet gegenüber der 1.8 mehr wirksame Fläche und gewöhnlich mehr Zug. Sie ist daher keine bloße Farb- oder Komfortvariante.

Die 2.2 passt zu Piloten, die das direkte Gefühl zweier Schlaufen mögen, aber mehr Präsenz in den Armen wünschen. Sie liegt bei der Spannweite nahe an der Paraflex Sport 2.3, ist dennoch kein technisch identischer Ersatz. Profil, Fläche, Leinenlänge und Steuersystem beeinflussen das Fluggefühl ebenso wie die reine Breite. Eine Zahl im Modellnamen reicht für einen fairen Vergleich nicht aus.

Paraflex Sport 2.3: Bar und mehr Zug

Die aktuelle Paraflex Sport 2.3 besitzt 230 Zentimeter Spannweite, 1,7 Quadratmeter Fläche und 16 Kammern. Im Set stecken zwei 20 Meter lange Dyneema-Leinen mit 100 kp, eine Zweileiner-Controlbar, eine Safety Leash, ein Kunststoff-Groundstick, Anleitung und Tasche. Wolkenstürmer nennt 2 bis 6 Beaufort und weist darauf hin, dass die Matte ab etwa 3 Beaufort sehr zugkräftig werden kann.

Die Bar hält beide Hände in festem Abstand. Das kann angenehm sein, wenn man sich bei stetigem Zug hineinlehnt, erlaubt aber weniger unabhängige Handbewegung als zwei Schlaufen. Die Safety Leash gehört zum vorgesehenen System und muss nach Anleitung angeschlossen werden. Sie macht einen ungeeigneten Flugplatz oder zu starken Wind nicht sicher.

Der Groundstick dient zum Sichern der Matte am Boden während Vorbereitung oder Pause. Er ist kein Anker, an den eine fliegende Matte unter Last beliebig gehängt wird. Auch die vom Hersteller genannte Möglichkeit eines Trapezes ist kein Einsteigertipp. Wer Zugkräfte an den Körper koppelt, braucht passende Ausrüstung, freie Fläche, Anleitung und Erfahrung.

Schlaufen oder Controlbar?

Die Wahl des Steuerelements verändert die Bedienung stärker als ein kleiner Preisunterschied. Schlaufen bieten eine direkte, getrennte Verbindung zu beiden Leinen. Eine Zweileiner-Bar koppelt den Abstand der Hände und kann längere Zugphasen komfortabler machen. Beide Systeme lenken weiterhin über die unterschiedliche Länge der linken und rechten Flugleine.

Eine Bar macht aus der Paraflex Sport keinen Vierleiner und keine Depower-Matte. Sie besitzt weder vier getrennte Steuerleinen noch das Quick-Release-System einer Depower-Bar. Wie sich Schlaufen, Zweileiner-Bar, Quad Handles und Depower-Bar unterscheiden, erklärt der Ratgeber zu Lenkmatten-Griffen und Controlbars.

Größe und Wind gemeinsam auswählen

Eine größere Matte zieht nicht in jeder Situation automatisch stärker als jede kleinere. Profil, Fläche, Leinen, Luftdichte und besonders die Windgeschwindigkeit wirken zusammen. Innerhalb derselben Modellfamilie ist die größere Ausführung bei gleichem Wind jedoch normalerweise zugkräftiger. Deshalb sollte die Reihenfolge lauten:

  1. Herstellerangabe des konkreten Modells prüfen.
  2. Gleichmäßigen Wind deutlich innerhalb des Bereichs wählen.
  3. Körpergewicht, Kraft und Erfahrung des Piloten berücksichtigen.
  4. Eine große, freie Fläche ohne Straßen, Stromleitungen, Bäume, Tiere und Zuschauer suchen.
  5. Bei Böen, Kontrollverlust oder übermäßiger Zugkraft abbrechen.

Die Kaufberatung für Lenkmatten-Anfänger ordnet Modellklasse, Größe und Lieferumfang noch ausführlicher ein. Unabhängig vom gewählten Set gelten außerdem die Sicherheitsregeln für Lenkmatten.

Lieferumfang vor dem Kauf prüfen

Bei der Symphony Beach III 1.8 und 2.2 sollten Matte, zwei gleich lange Leinen, Winder, zwei Schlaufen, Tasche und Anleitung vorhanden sein. Bei der Paraflex Sport 2.3 gehören zusätzlich die vorgesehene Bar, Safety Leash und der Groundstick zum aktuellen Set. Händlerbilder können Zubehör zeigen, das nicht enthalten ist. Maßgeblich ist die Liste zur exakten Artikelnummer.

Beim Gebrauchtkauf werden beide Leinen vollständig ausgelegt und miteinander verglichen. Prüfe Mantelschäden, Knoten, ausgeblichene Stellen, offene Nähte, poröses Tuch und beschädigte Waageleinen. Die Lufteintritte müssen offen und die Kammern frei von Sand sein. Nach einem harten Absturz können innenliegende Rippen oder Nähte beschädigt sein, obwohl die Matte zusammengelegt unauffällig aussieht.

Klare Empfehlung

Die Symphony Beach III 1.8 ist die vernünftigste Wahl für Piloten, die klein anfangen, mit getrennten Schlaufen lernen und die Zugkraft überschaubar halten möchten. Die Symphony Beach III 2.2 passt besser, wenn bereits etwas Erfahrung vorhanden ist und mehr Zug gewünscht wird, ohne auf Schlaufen zu verzichten.

Die Paraflex Sport 2.3 ist die passendere Wahl, wenn eine größere, sportlichere Zweileiner-Matte mit Controlbar, Safety Leash und Groundstick gesucht wird. Sie ist nicht allein deshalb anfängerfreundlicher, weil mehr Zubehör beiliegt. Bei zunehmendem Wind verlangt sie früher eine ehrliche Einschätzung von Kraft, Platz und Können.

Entscheide also nicht nur nach Design oder Tagespreis. Die bessere Matte ist diejenige, deren Größe, Steuersystem und Zugkraft zum Piloten und zum häufigsten Flugplatz passen.

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*Kompatibilität, Modellgeneration und Lieferumfang vor dem Kauf anhand der Artikelnummer prüfen. *