Die HQ Symphony Pro 1.8 Rainbow ist eine kompakte, schnelle Zweileiner-Lenkmatte mit hochwertigem Leinensatz. Im alten Nanokultur-Test wurde sie als persönliche Lieblingsmatte für kräftigeren Wind beschrieben. Dieser positive Praxiseindruck bleibt nachvollziehbar: Die 1,8 Meter Spannweite wirken handlich, die gestreckte Pro-Geometrie reagiert direkt und das Ready-to-Fly-Set ist vollständig.
Trotzdem ist sie kein sorgloser „Starkwinddrachen“. Die Geschwindigkeit steigt mit dem Wind deutlich, und die offizielle Obergrenze ersetzt weder Erfahrung noch eine Entscheidung nach Böigkeit, Flugplatz und Körpergewicht. Für Einsteiger ist die Pro 1.8 interessant, wenn sie bei gleichmäßigem moderatem Wind beginnen und eine lebendigere Matte als die Symphony Beach suchen.
Technische Daten der aktuellen Pro 1.8 Rainbow
Die aktuelle Herstellerseite führt die Rainbow-Version unter der Artikelnummer 117735:
- Spannweite: 180 Zentimeter
- Höhe: 60 Zentimeter
- Segelfläche: 0,90 Quadratmeter
- Segel: 40D Ripstop-Nylon
- System: Zweileiner, stablose Ram-Air-Matte
- Leinen: Dyneema, 100 daN, zweimal 25 Meter
- Steuerung: zwei Lenkschlaufen auf Winder
- Lieferumfang: Matte, Leinen, Winder, Schlaufen, Tasche und Anleitung
- Hersteller-Windbereich: 2 bis 6 Beaufort beziehungsweise 10 bis 49 km/h
- Altersangabe: ab 12 Jahren
Diese Daten gehören zur derzeit dokumentierten Generation. Ältere Symphony-Pro-1.8-Versionen können sich bei Design, Tasche, Waage oder Materialdetails unterscheiden. Bei einem Gebrauchtangebot werden deshalb Artikelnummer und Generation geprüft, statt nur auf den Schriftzug „Pro 1.8“ zu vertrauen.
Flugverhalten: schnell, direkt und handlich
Die Pro 1.8 ist breiter als hoch und besitzt eine leistungsorientiertere Form als eine typische kleine Einsteigermatte. Dadurch beschleunigt sie zügig durch die Mitte des Windfensters, dreht auf kurze Steuerimpulse und vermittelt über die dehnungsarmen Leinen ein direktes Gefühl.
Das macht saubere Achten, Loopings und präzise Randflüge interessant. Die kompakte Spannweite hält den Zug im Vergleich zur Pro 2.2 oder 2.5 eher überschaubar. „Klein“ bedeutet aber nicht automatisch „harmlos“: Eine schnelle 1.8 kann bei kräftigem, böigem Wind überraschende Lastspitzen entwickeln. Leinen sind zudem kaum sichtbar und können Zuschauer gefährden.
Der damalige Test lobte den stabilen Eindruck und die gute Verarbeitung. Solche Beobachtungen gelten immer für das konkrete Exemplar und den damaligen Wind. Eine falsch sortierte Waage, beschädigtes Tuch oder unterschiedlich lange Leinen können das Verhalten deutlich verändern.
Was bringt die 100-daN-Dyneema-Leine?
Zum Ready-to-Fly-Set gehören zwei 25 Meter lange Dyneema-Leinen mit je 100 daN Nennbruchlast. Die geringe Dehnung überträgt Bewegungen der Hände schnell auf die Waage. Das unterstützt das direkte Steuergefühl, verzeiht aber auch hektisches Ziehen weniger als eine weichere Leine.
Die Zahl 100 daN ist keine erlaubte Zugkraft für den Piloten. Sie beschreibt die nominelle Festigkeit einer neuen Leine unter definierten Bedingungen. Knoten, Abrieb, UV-Strahlung, Sand, Feuchtigkeit und Alter reduzieren die Reserve. Eine stärkere Ersatzleine ist nicht automatisch besser, denn mehr Durchmesser erzeugt zusätzlichen Luftwiderstand und verändert das Fluggefühl.
Vor jedem Start werden beide Leinen vollständig abgewickelt. Sie müssen gleich lang, frei von Knoten und ohne aufgeraute oder verfärbte Stellen sein. Die vernähten Schlaufen und Anschlüsse werden ebenfalls kontrolliert. Wie die Leinen ohne Verdrehung an die Matte kommen, zeigt die Anleitung für Zweileiner-Lenkmatten.
Windbereich realistisch wählen
Die offizielle Spanne von 2 bis 6 Beaufort ist ein technischer Modellbereich und sehr breit. Zwei Beaufort bedeuten einen völlig anderen Flug als sechs Beaufort. Auch innerhalb derselben gemessenen Windstärke können Böen, Hindernisse und Gelände starke Unterschiede verursachen.
Für den Erstflug wird ein großer freier Platz mit gleichmäßigem moderatem Wind gewählt. Häuser, Baumreihen und Böschungen erzeugen Verwirbelungen. Straßen, Stromleitungen, Menschen und Tiere dürfen nicht im Flug- oder Absturzbereich liegen. Die Sicherheitsregeln für Lenkmatten erklären Platzwahl und Abbruchsignale ausführlich.
Wenn die Matte an den Schlaufen schwer kontrollierbar zieht, die Leinen laut pfeifen oder die Fluggeschwindigkeit keine sichere Landung mehr zulässt, wird nicht weiter „getestet“. Die Matte gehört an den Windfensterrand und kontrolliert zu Boden. Bei zweifelhaftem Wind bleibt sie eingepackt.
Aufbau und erster Start
Die Eintrittskante wird vom Piloten weg ausgelegt und mit wenig Sand oder weichen Gewichten gegen Verrutschen gesichert. Danach werden beide Leinen auf gleicher Route abgewickelt. Linke und rechte Leine dürfen sich kreuzen, solange die Kreuzung eindeutig erkannt und vor dem Start herausgedreht wird.
Verbinde die Schlaufen der Leinen mit den vorgesehenen Waageanschlüssen. Ziehe beide Seiten leicht an und prüfe, ob die Matte symmetrisch steht. Für den ersten Start genügen kleine, gleichmäßige Bewegungen. Lange, hektische Armzüge machen die Lenkung nicht besser.
Nach dem Start wird die Matte zunächst am Rand des Windfensters gehalten. Erst wenn Links- und Rechtskurven sowie eine kontrollierte Landung funktionieren, werden größere Achten durch die Zugzone geflogen. Eine zweite Person kann beim Sortieren helfen, muss den Startbereich aber vor dem Anziehen der Leinen verlassen.
Symphony Pro 1.8 oder Beach III 1.8?
Beide Modelle messen 180 × 60 Zentimeter, richten sich aber unterschiedlich aus. Die Symphony Beach III 1.8 ist die preisgünstigere, gutmütigere Einsteigerlinie. Sie wird aktuell mit Ripstop-Polyester und 80-daN-Blendline angeboten. Die Pro 1.8 nutzt Ripstop-Nylon und 100-daN-Dyneema und ist auf direkteres, sportlicheres Fliegen ausgelegt.
Für erste ruhige Flugstunden, Familiennutzung und einen niedrigeren Einstiegspreis passt die Beach häufig besser. Wer bereits einen Zweileiner sicher startet und landet, ein präziseres Leinensignal möchte und bewusst mehr Geschwindigkeit sucht, hat an der Pro 1.8 mehr Freude. Der ausführliche Vergleich HQ Symphony Beach oder Pro trennt Material, Leinen und Zielgruppen.
1.8 oder Pro 2.2?
Die Pro 2.2 besitzt mehr Spannweite und Fläche. Sie baut bei gleichem Wind mehr Zug auf und fliegt insgesamt kraftvoller. Das kann bei leichterem Wind angenehm sein, verlangt bei zunehmendem Wind aber früher eine Pause. Die 1.8 ist kompakter, schneller und leichter zu transportieren.
Ein wichtiger Systemunterschied: Für die aktuellen Pro 2.2 und 2.5 bietet HQ eine Bremswaage zum Vierleiner-Umbau an. Die Pro 1.8 wird nicht als entsprechendes Umbau-Modell geführt. Vier zusätzliche Leinen oder fremde Bremswaagen werden daher nicht improvisiert. Wer dieses Steuerprinzip sucht, liest den Test der Symphony Pro 2.2 Rainbow.
Tasche, Trocknung und Pflege
Die kompakte Tasche ist praktisch, aber kein dauerhafter Trockenraum. Nach nassem Gras, Regen oder Salzwasser wird die Matte zu Hause vollständig ausgebreitet und bei Raumtemperatur getrocknet. Nasses Segel bleibt nicht zusammengedrückt liegen. Sand wird vorsichtig ausgeschüttelt, nicht mit Druck durch die Kammern gerieben.
Die Waage wird auf Knoten, gelöste Nähte und symmetrische Anschlüsse geprüft. Kleine Löcher im Segel werden mit geeignetem Material repariert; Schäden an tragenden Nähten oder der Waage gehören zu einer fachkundigen Reparatur. Aggressive Reiniger, Waschmaschine und heiße Trocknung sind ungeeignet.
Gebrauchtkauf: fünf schnelle Kontrollen
- Artikelnummer, 1.8-Größe und Rainbow-Generation am Produkt abgleichen.
- Ober- und Untersegel gegen Licht auf Löcher, poröse Stellen und Reparaturen prüfen.
- Alle Waageleinen links und rechts vollständig sowie symmetrisch auslegen.
- Zwei gleich lange 25-Meter-Leinen, Winder, Schlaufen, Tasche und Anleitung kontrollieren.
- Den Erstflug nur bei leichtem, gleichmäßigem Wind und mit freiem Platz durchführen.
Fehlende Originalleinen lassen sich ersetzen, aber nur mit einem passenden paarigen Leinensatz. Ein niedriger Kaufpreis gleicht eine beschädigte Waage oder unbekannte Reparaturen nicht aus.
Fazit
Die HQ Symphony Pro 1.8 Rainbow ist eine gute Wahl für Piloten, die eine kompakte Zweileiner-Matte mit direkter Lenkung und sportlichem Tempo suchen. Das vollständige Set, 100-daN-Dyneema und das kleine Packmaß machen sie reisetauglich und schnell einsatzbereit.
Für absolute Anfänger oder unruhigen Wind ist die gutmütigere Beach III 1.8 häufig entspannter. Die Pro 1.8 belohnt saubere Steuerbewegungen, sollte aber nicht wegen ihrer Größe unterschätzt werden. Wer Wind, Platz und Material vor jedem Start prüft, bekommt eine lebendige Matte, die zwischen Einsteiger- und größeren Pro-Modellen eine klare eigene Rolle hat.
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Angebote können andere Generationen, Farben oder Lieferumfänge enthalten. Artikelnummer, Maße, Leinensatz und Originalzubehör vor dem Kauf prüfen.