Lenkmatten-Leinen werden an den beiden vorgesehenen Waagepunkten befestigt. Eine übliche Flugleine endet in einer Schlaufe. Diese Schlaufe legst du als Bucht um den Stopperknoten der Waage und ziehst sie handfest. Links und rechts müssen identisch verbunden, gleich lang und eindeutig zugeordnet sein.
Die genaue Anschlussform hängt vom Modell ab. Einige Matten besitzen markierte Knoten, andere Schlaufen oder Clips. Die Herstelleranleitung hat deshalb Vorrang. Der folgende Ablauf erklärt die verbreitete Zweileiner-Verbindung mit Bucht und Stopperknoten.
Bestandteile vor dem Anbringen benennen
Eine Zweileiner-Lenkmatte besitzt:
- eine linke und eine rechte Waageseite,
- zwei Waage-Anknüpfpunkte,
- zwei gleich lange Flugleinen,
- zwei Handschlaufen oder Griffe,
- einen Winder für Transport und Lagerung.
Die Waage besteht aus mehreren dünnen Schenkeln direkt am Tuch. Sie verteilt die Last. Die Flugleinen sind deutlich länger und führen vom Anknüpfpunkt zum Piloten.
Verwechsle einen Waageschenkel nicht mit dem eigentlichen Anknüpfpunkt. Dieser ist oft farbig markiert oder endet mit einem kleinen Stopperknoten.
Schritt 1: Matte gegen Start sichern
Lege die Matte quer zur Windrichtung. Die offenen Kammern zeigen zum späteren Steuerpunkt. Beschwere die Hinterkante leicht mit weichem Sand oder den vorgesehenen Gewichten.
Arbeite nie an einer ungesicherten Matte im Wind. Füllt sich das Profil plötzlich, können Leinen und Tuch ruckartig anziehen.
Prüfe den Bereich auf Dornen, scharfe Steine und Äste. Leinen liegen später über den Boden und sollen frei ablaufen.
Schritt 2: Waage vollständig sortieren
Hebe den linken Anknüpfpunkt an und lasse die Waage locker auspendeln. Folge allen Schenkeln bis zum Tuch. Wiederhole die Kontrolle rechts.
Die Waage darf keine Umschlingung, feste Verdrehung oder Beschädigung besitzen. Öffne einen unklaren Knoten nicht auf Verdacht. Einige Knoten sind Teil der Einstellung und bestimmen den Anstellwinkel.
Vergleiche beide Seiten. Die Anknüpfpunkte sollen symmetrisch liegen. Bei deutlichen Unterschieden prüfst du die Modellanleitung oder lässt die Waage fachkundig kontrollieren.
Schritt 3: Flugleinen gemeinsam abwickeln
Lege den Winder am Steuerpunkt ab und gehe mit beiden freien Leinenenden zur Matte. Wickle links und rechts gleichzeitig ab. So bleibt die Länge gleich und die Leinen kreuzen sich seltener.
Viele Sets nutzen Rot für links und Blau für rechts. Übernimm die Markierung von der Matte bis zur Handschlaufe. Fehlt ein Farbcode, kannst du Winder und Schlaufen mit eindeutigen, materialverträglichen Markierungen versehen.
Lege die Flugleinen parallel auf den Boden. Löse Schlaufen und Kreuzungen vollständig.
Schritt 4: Die Schlaufe als Bucht öffnen
Nimm das Ende der linken Flugleine. Halte die vorhandene Endschlaufe zwischen Daumen und Zeigefinger. Drücke einen Teil der Schlaufe durch ihre eigene Öffnung, sodass eine neue Bucht entsteht.
Diese Bucht lässt sich über den Stopperknoten der Waage legen. Unter Zug zieht sie sich am schmalen Bereich hinter dem Knoten fest. Der Stopperknoten verhindert, dass die Verbindung abrutscht.
Knüpfe keinen zusätzlichen Sackstich in die Flugleine. Ein Knoten mitten in der belasteten Leine verringert ihre Festigkeit.
Schritt 5: Bucht am Waagepunkt befestigen
Führe die geöffnete Bucht durch die vorgesehene Waageschlaufe oder lege sie entsprechend der Modellkonstruktion über den Stopperknoten. Ziehe die Bucht hinter dem Knoten handfest.
Kontrolliere drei Punkte:
- Die Bucht sitzt hinter dem Stopperknoten.
- Kein Waageschenkel ist mit eingefasst.
- Die Flugleine läuft gerade zum Steuerpunkt.
Wiederhole denselben Ablauf auf der rechten Seite. Beide Verbindungen müssen spiegelbildlich aussehen.
Schritt 6: Links und rechts prüfen
Gehe zum Steuerpunkt und nimm die Handschlaufen auf. Die linke Hand steuert die linke Matteseite, die rechte Hand die rechte. Ein vertauschter Farbcode führt beim Start zu unerwarteten Reaktionen.
Bringe beide Leinen leicht auf Spannung. Sie sollen gleichzeitig straff werden. Liegt eine Seite deutlich früher an, prüfst du Winder, Verwicklung und Verbindung.
Ein einmaliges Überkreuzen beider Flugleinen lässt sich durch Tauschen der Handschlaufen korrigieren. Mehrere Wicklungen werden vor dem Start vollständig gelöst.
Wenn die Flugleine keine fertige Schlaufe besitzt
Verwende die vom Hersteller vorgesehene Endverbindung. Hochwertige Leinen werden häufig gespleißt oder mit einer vernähten beziehungsweise sauber ausgeführten Schlaufe geliefert. Ein beliebiger Knoten ist keine gleichwertige Lösung.
Muss eine neue Schlaufe hergestellt werden, orientierst du dich an Materialtyp, Herstellerangabe und fachkundiger Anleitung. Dyneema- und Polyesterleinen verhalten sich unterschiedlich. Ein ungeeigneter Knoten kann rutschen oder die Leine stark schwächen.
Für Einsteiger ist ein kompletter Leinensatz mit vorbereiteten Endschlaufen die einfachste Wahl.
Leinenlänge richtig vergleichen
Verbinde beide Flugleinen am gleichen festen Punkt oder halte die Endschlaufen nebeneinander. Rolle den Winder vollständig ab und bringe beide Seiten mit geringer Handkraft auf Spannung.
Die Handschlaufen sollen auf gleicher Höhe liegen. Kleine Abweichungen können durch die vom Hersteller vorgesehene Schlaufenposition ausgeglichen werden. Setze keinen Knoten mitten in die längere Leine.
Leinen verändern sich durch Belastung, Verschmutzung und Alter. Prüfe die Länge regelmäßig, besonders wenn die Matte dauerhaft zu einer Seite zieht.
Verbindung vor jedem Start kontrollieren
Fasse beide Anknüpfpunkte an und ziehe leicht in Flugrichtung. Die Buchten sollen fest hinter den Stopperknoten sitzen. Kontrolliere anschließend den freien Verlauf der Waage.
Prüfe die Flugleinen auf:
- Schnitte und aufgeraute Stellen,
- harte Knicke,
- verschmolzene Bereiche,
- alte Knoten,
- beschädigte Mantelung,
- ungleichmäßige Länge.
Eine fragliche Leine wird ersetzt. Das gilt besonders bei zugstarken Matten und böigem Wind.
Häufige Fehler beim Anbringen
Die Bucht sitzt vor dem Stopperknoten. Unter wechselnder Last kann sie abrutschen. Lege sie vollständig hinter den Knoten.
Ein Waageschenkel wird mit eingefasst. Dadurch verändert sich die Geometrie und eine Flügelhälfte klappt ein. Sortiere die Waage neu.
Links und rechts sind vertauscht. Nutze Farbe oder eine klare Markierung.
Nur eine Flugleine wird vollständig abgewickelt. Die andere bleibt kürzer und zieht die Matte sofort in eine Kurve. Wickle beide gemeinsam ab.
Die Verbindung wird mit Gewalt festgezogen. Handfest reicht. Nach dem Flug lässt sie sich dann ohne Werkzeug lösen.
Aufbau und erster Start
Nach dem Anbringen richtest du die Matte symmetrisch aus. Die Eintrittskante zeigt zum Piloten. Ein Helfer hebt das Tuch mittig an, während du beide Leinen leicht spannst.
Ziehe gleichmäßig und gehe einen kleinen Schritt zurück. Steigt die Matte gerade, sind Zuordnung und Länge grundsätzlich plausibel. Zieht sie sofort zur Seite, landest du und kontrollierst den Aufbau.
Die vollständige Folge erklärt der Beitrag Lenkmatte 2-Leiner Aufbau. Für den Start selbst hilft die Anleitung Lenkmatte starten.
Nach dem Flug lösen und aufwickeln
Lande am Windfensterrand und sichere das Tuch. Schiebe die Bucht am Waagepunkt zurück, öffne sie und nimm sie über den Stopperknoten. Ziehe nicht am langen Leinenstrang.
Verbinde die beiden Endschlaufen miteinander. Wickle die Flugleinen anschließend gemeinsam in einer liegenden Acht auf den Winder. Diese Technik reduziert Drall.
Halte leichte Spannung und lege die Handschlaufen zum Schluss unter die Sicherung des Winders. Hinweise stehen im Artikel Drachenleine aufwickeln.
Pflege von Waage und Flugleinen
Entferne Sand, Gras und Salz nach jedem Einsatz. Feuchte Leinen trocknen locker und ohne direkte Hitze. Lagere sie dunkel und trocken.
Ziehe die Matte nicht an den Flugleinen über den Boden. Dabei scheuern sowohl Tuch als auch Waage. Gehe zur Matte und hebe sie an.
Kontrolliere vor jeder Saison die Endschlaufen. Der Bereich direkt hinter dem Anknüpfpunkt trägt viel Last und verdient besondere Aufmerksamkeit.
Sicherheit
Wickle Flugleinen nie um Hände, Finger oder Körper. Dünne gespannte Leinen können schneiden. Trage geschlossene Schuhe und bei kräftigerem Zug geeignete Handschuhe.
Halte Menschen, Tiere, Straßen, Stromleitungen und Hindernisse aus dem gesamten Flugbereich. Bei Gewitter, starken Böen oder schlechter Sicht wird nicht gestartet.
Beachte den Windbereich des Modells und die Vorgaben der Luftverkehrs-Ordnung. Prüfe örtliche Einschränkungen und Flugplatznähe.
Fazit
Lenkmatten-Leinen lassen sich zuverlässig anbringen, wenn die Waage sortiert, beide Flugleinen gemeinsam abgewickelt und die Endschlaufen sauber hinter den Stopperknoten gelegt werden. Links und rechts bleiben eindeutig zugeordnet.
Kontrolliere die Verbindung unter leichter Spannung und starte erst mit symmetrischem Aufbau. Eine vorbereitete, unbeschädigte Flugleine ist sicherer als eine improvisierte Verbindung mit zusätzlichen Knoten.
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