Eine Lenkmatte startet zuverlässig, wenn Tuch, Leinen und Pilot genau zur Windrichtung ausgerichtet sind. Für den ersten Versuch eignet sich der Helferstart am Rand des Windfensters. Der Helfer hält die gefüllte Matte ruhig bereit, der Pilot bringt beide Leinen gleichmäßig auf Spannung und gibt ein eindeutiges Startsignal. Danach lässt der Helfer die Matte los. Ein Hochwerfen ist weder nötig noch hilfreich.
Der Bodenstart funktioniert ebenfalls, verlangt aber einen sorgfältigen Aufbau. Die Eintrittsöffnungen zeigen zum Piloten, die Hinterkante wird materialschonend gesichert und beide Leinen liegen getrennt bis zu den Griffen. Mit gleichmäßigem Zug richtet sich die Matte auf. Kleine Schritte rückwärts helfen bei schwachem Wind. Kräftiges Reißen, ein schiefer Aufbau oder ein Start mitten in der stärksten Zugzone machen den Vorgang unnötig hektisch.
Vor dem Start den Platz auswählen
Eine große freie Fläche ist wichtiger als eine besonders große Matte. Vor, neben und hinter dem Piloten braucht es ausreichend Abstand zu Menschen, Tieren, Straßen, Stromleitungen, Zäunen und Bäumen. Auch der Weg nach hinten muss frei bleiben, weil der Pilot beim Start je nach Wind einige Schritte zurückgeht.
Häuser, Baumreihen und Dünen erzeugen auf ihrer windabgewandten Seite Wirbel. Dort füllt sich die Matte ungleichmäßig, klappt ein oder schießt plötzlich nach oben. Gleichmäßiger Wind auf einer offenen Wiese oder an einem freigegebenen Strand erleichtert das Lernen erheblich. Bei Gewitter, stark wechselnden Böen oder sichtbar überforderndem Zug bleibt die Matte eingepackt.
Stelle dich mit dem Rücken zum Wind. Die Matte liegt in Windrichtung vor dir. Ein kleines Band an der Tasche, ein Windsack oder bewegtes Gras zeigt die Richtung besser als ein kurzer Eindruck im Gesicht. Ändert sie sich während des Aufbaus, werden Matte und Leinen neu ausgerichtet.
Mehr zur Platzwahl und zu wichtigen Abständen steht in unseren Sicherheitsregeln für Lenkmatten.
Lenkmatte und Leinen startklar machen
Breite das Tuch vollständig aus und kontrolliere die Luftkammern, Nähte sowie Waageleinen. Die Öffnungen an der Vorderkante müssen frei sein. Grasbüschel, Sandklumpen oder verdrehte Waageschnüre stören das Füllen. Kleine scharfkantige Gegenstände eignen sich nicht als Beschwerung, weil sie das Tuch beschädigen können.
Wickle die Flugleinen vollständig ab und gehe ihren Verlauf einmal vom Drachen bis zu den Griffen ab. Rechte und linke Leine liegen getrennt, besitzen die gleiche Länge und sind an den vorgesehenen Waagepunkten befestigt. Eine überkreuzte Leine zieht die Matte schon beim Aufrichten zur Seite. Ein fester Knoten oder eine aufgeraute Stelle gehört vor dem Start gelöst beziehungsweise geprüft.
Bei einem Zweileiner hält der Pilot zwei Schlaufen oder eine geeignete Controlbar. Bei einem Vierleiner kommen zwei Bremsleinen und meist Quad Handles hinzu. Die folgenden Startabläufe beziehen sich vor allem auf eine gutmütige Zweileiner-Matte. Wer den gesamten Aufbau samt Leinenbefestigung prüfen möchte, findet die Details unter Lenkmatte: Leinen richtig anbringen.
Das Windfenster für einen ruhigen Start nutzen
Das Windfenster beschreibt den Flugbereich vor dem Piloten. In seiner Mitte beschleunigt die Matte stark und entwickelt viel Zug. An den seitlichen Rändern bewegt sie sich langsamer. Genau dort gelingt ein kontrollierter Lernstart.
Für einen Start am rechten Rand steht der Helfer aus Sicht des Piloten leicht rechts von der Windrichtung. Die Matte steigt anschließend schräg nach oben. Auf der linken Seite läuft der Vorgang spiegelverkehrt. Der Pilot beginnt mit wenig Zug und gewinnt Zeit, das Profil zu stabilisieren.
Ein Start direkt durch die Mitte kann bei gleichmäßig schwachem Wind funktionieren. Für Einsteiger bringt er wenig Vorteil. Die Matte beschleunigt auf kürzestem Weg durch die zugstärkste Zone. Bei einem falschen Griffimpuls bleibt kaum Zeit zur Korrektur.
Lenkmatte mit Helfer starten
Ein Helferstart zeigt schnell, ob Aufbau und Leinen stimmen. Der Helfer stellt die Matte auf ihre Hinterkante und hält sie locker an den äußeren Bereichen. Er greift weder in die Waage noch um eine gespannte Flugleine. Seine Füße bleiben außerhalb des Leinenwegs.
Der Pilot nimmt die Griffe auf und geht so weit zurück, bis beide Leinen gerade liegen. Anschließend prüft er die Zuordnung: rechter Griff zur rechten Waageseite, linker Griff zur linken Seite. Die Hände stehen auf gleicher Höhe. Der Helfer hält die Matte lediglich in Form; er zieht sie nicht gegen den Piloten.
Der Ablauf:
- Pilot und Helfer stellen Blickkontakt her.
- Der Pilot bringt beide Leinen sanft auf Spannung.
- Der Helfer meldet, ob die Matte sauber gefüllt und frei ist.
- Der Pilot gibt ein klares Startsignal.
- Der Helfer öffnet die Hände und tritt zur Seite.
- Der Pilot zieht beide Griffe kurz und gleichmäßig an.
- Sobald die Matte steigt, gehen die Hände wieder etwas nach vorn.
Bei wenig Wind kann der Pilot ein oder zwei Schritte rückwärtsgehen. Das erhöht kurz die Anströmung. Dauerhaft weit nach hinten gezogene Hände bremsen manche Matten oder verformen das Profil. Die Bewegung bleibt klein und wird beendet, sobald der Schirm trägt.
Zieht die Matte sofort nach links, wird sie am Rand gelandet und der Aufbau geprüft. Häufig liegen die Leinen über Kreuz, unterscheiden sich in der Länge oder eine Waageleine hängt hinter einer Kammer. Mehr Kraft gleicht diesen Fehler nicht aus.
Bodenstart ohne Helfer
Beim Bodenstart liegt die Lenkmatte quer zum Wind und zeigt mit den Eintrittsöffnungen zum Piloten. Die Hinterkante wird nach Herstellerangabe leicht gesichert. Auf Sand genügt häufig eine flache, breite Sandschicht. Auf der Wiese kann die vorgesehene Starttechnik des Modells genutzt werden. Harte Gewichte, Heringe durch das Tuch und scharfkantige Steine bleiben außen vor.
Gehe mit den Griffen zur Pilotposition und lege die Leinen mit wenig Spannung aus. Kontrolliere erneut, dass beide Seiten frei laufen. Ziehe anschließend gleichmäßig an beiden Griffen. Die Vorderkante hebt sich, die Kammern füllen sich und die Matte richtet sich auf.
Steigt eine Seite früher, lasse die Spannung wieder nach. Richte das Tuch neu aus und prüfe die Waage. Schleift die Matte über längere Strecke seitlich über den Boden, leiden Nähte und Tuch. Ein sauberer zweiter Aufbau ist schneller als mehrere hektische Rettungsversuche.
Bei sehr leichtem Wind unterstützt ein kurzer Rückwärtsschritt den Start. Fällt das Profil trotzdem wieder zusammen, fehlt möglicherweise eine gleichmäßige Strömung. Eine größere Lenkmatte ist dafür keine automatische Lösung. Größe, Modellklasse und Hersteller-Windbereich müssen zusammenpassen. Eine praktische Einordnung bietet Lenkmatte: Welche Größe passt?.
Die ersten Sekunden nach dem Abheben
Nach dem Start wird die Matte nicht sofort mit großen Ausschlägen durch die Mitte gelenkt. Führe sie zunächst ruhig an der Seite nach oben und halte sie leicht außerhalb des Zenits. Kleine Zugbewegungen reichen. Ziehst du rechts, dreht sie nach rechts. Ziehst du links, dreht sie nach links. Danach kommen beide Hände wieder auf gleiche Höhe.
Eine gut gefüllte Matte reagiert gleichmäßig und hält ihre Form. Klappen die Flügelspitzen wiederholt ein, kann der Wind zu schwach oder turbulent sein. Schießt der Schirm mit hohem Zug durch das Windfenster, ist die Kombination aus Wind und Modell für die Übung zu kräftig.
Die erste Einheit darf schlicht bleiben: fünf ruhige Starts, seitliches Hochführen und kontrolliertes Landen bringen mehr als schnelle Loopings. Die nächsten Übungen erklärt der Artikel Lenkmatte fliegen: Grundtechnik und erste Manöver.
Startprobleme schnell erkennen
- Matte hebt in der Mitte ab und zieht stark: Weiter außen im Windfenster starten und eine defensivere Windstärke wählen.
- Nur eine Seite steigt: Leinenverlauf, Leinenlänge, Waage und Ausrichtung kontrollieren.
- Profil füllt sich kaum: Eintrittsöffnungen freilegen, Windrichtung prüfen und Turbulenzen hinter Hindernissen meiden.
- Matte klappt direkt zusammen: Mit weniger Lenkimpuls starten und gleichmäßigen Wind abwarten.
- Leinen hängen am Boden fest: Start abbrechen, Spannung lösen und den kompletten Weg freiräumen.
- Helfer muss die Matte werfen: Position und Wind reichen noch nicht für einen sauberen Start.
- Pilot wird nach vorn gezogen: Matte seitlich landen und kleinere beziehungsweise weniger zugstarke Ausrüstung verwenden.
Wickle Flugleinen niemals um Finger oder Handgelenke. Zuschauer bleiben hinter dem Piloten. Ein Helfer tritt nach dem Loslassen deutlich aus dem Flug- und Leinenbereich.
Fazit: Sauber ausrichten, ruhig starten
Der Helferstart ist für Einsteiger die übersichtlichste Methode. Er trennt Aufbau und Abheben sauber voneinander, zeigt verdrehte Leinen früh und ermöglicht einen Start am zugarmen Rand des Windfensters. Sobald dieser Ablauf sicher sitzt, lässt sich der Bodenstart mit derselben Ausrichtung und denselben Kontrollen üben.
Entscheidend sind ein freier Platz, gleichmäßiger Wind, vollständige Leinenprüfung und ein kurzer symmetrischer Zug. Die Matte soll sich füllen und steigen, nicht geworfen oder mit Kraft über den Boden gezogen werden.
Startfertige Zweileiner-Lenkmatten bei Amazon ansehen*
Achte auf ein vollständiges Ready-to-Fly-Set, einen klar angegebenen Windbereich, zwei gleich lange Leinen, passende Griffe und eine verständliche Herstelleranleitung.