Der Aufbau einer 2-Leiner-Lenkmatte besteht aus vier klaren Schritten: Matte auslegen, Waage sortieren, zwei gleich lange Flugleinen befestigen und den Startplatz kontrollieren. Das weiche Tuch braucht kein Gestänge. Seine Form entsteht erst, wenn Wind durch die offenen Zellen an der Eintrittskante strömt.
Ein sauberer Aufbau verhindert die meisten Startprobleme. Verdrehte Waageleinen, vertauschte Flugleinen oder ein falsch ausgerichtetes Tuch führen zu einer einseitig einklappenden Matte. Mit einer festen Reihenfolge ist die Lenkmatte in wenigen Minuten startbereit.
Aufbauort und Windrichtung bestimmen
Suche eine freie, ebene Fläche. Menschen, Tiere, Straßen, Stromleitungen, Zäune und Bäume bleiben deutlich außerhalb des Flug- und Absturzbereichs. Hinter deinem späteren Steuerpunkt brauchst du Platz für mehrere Schritte.
Stelle dich mit dem Rücken zum Wind. Vor dir liegt das Windfenster, also der Bereich, in dem die Matte fliegen kann. Die stärkste Zugkraft entsteht meist in der Mitte. An den Seiten und am oberen Rand wird sie geringer.
Ein Windfähnchen, ein Stück Gras oder eine Handvoll trockene Blätter zeigt die Richtung. Wind hinter Häusern und Baumreihen ist verwirbelt. Eine freie Wiese liefert deutlich ruhigere Bedingungen.
Schritt 1: Lenkmatte richtig auslegen
Nimm die Matte aus der Tasche und entfalte sie vollständig. Die Eintrittskante mit den offenen Luftkammern zeigt in Richtung des Steuerpunkts. Die Hinterkante liegt vom Piloten weg. Bei vielen Modellen befinden sich Waage und Anknüpfpunkte auf der Unterseite.
Beschwere die Hinterkante leicht mit den dafür vorgesehenen Sandsäckchen oder etwas losem, weichem Sand. Steine mit scharfen Kanten beschädigen das Tuch. Auf einer Wiese reicht häufig ein wenig umgeschlagenes Tuch, solange der Wind schwach ist.
Streiche große Falten aus und prüfe die Kammeröffnungen. Sie müssen frei sein. Eine eingeklemmte Zelle füllt sich beim Start ungleichmäßig.
Schritt 2: Waageleinen sortieren
Die Waage verteilt den Zug der beiden Flugleinen auf viele Punkte des Tuchs. Folge auf jeder Seite den dünnen Waageschenkeln vom Anknüpfpunkt bis zur Matte. Sie sollen frei nebeneinander liegen.
Ziehe niemals kräftig an einem vermeintlichen Knoten. Häufig liegt nur eine Leine über einem anderen Schenkel. Hebe den Anknüpfpunkt an und lasse die Waage locker nach unten fallen. Viele Verdrehungen lösen sich dadurch.
Prüfe beide Seiten auf Symmetrie. Die Anknüpfpunkte sollten ungefähr gleich weit von der Matte entfernt liegen. Eine beschädigte, ausgefranste oder gelöste Waage wird vor dem Flug nach Herstelleranleitung repariert.
Schritt 3: Flugleinen vollständig abwickeln
Lege die beiden Winder oder die gemeinsame Leinenkarte am Steuerpunkt ab. Gehe mit den freien Enden zur Matte und wickle beide Leinen gleichzeitig ab. So bleiben sie gleich lang und kreuzen sich seltener.
Sind die Leinen bereits mit Handschlaufen verbunden, bleiben die Schlaufen am Winder. Achte auf eine eindeutige Seitenzuordnung. Viele Sets nutzen Rot für links und Blau für rechts. Entscheidend ist, dass dieselbe Farbe an Matte und Hand zusammengehört.
Lege beide Flugleinen parallel auf den Boden. Ein einzelnes Überkreuzen lässt sich am Steuerpunkt korrigieren. Mehrere Verwicklungen werden vor dem Anknüpfen vollständig gelöst.
Schritt 4: Leinen an der Waage befestigen
Am häufigsten besitzt die Flugleine am Ende eine Schlaufe. Diese wird als Bucht durch den Waage-Anknüpfpunkt geführt und anschließend über den dortigen Stopperknoten gelegt. Unter Zug zieht sich die Verbindung fest.
Die Verbindung muss auf beiden Seiten gleich aussehen. Freie Leinenenden, halb geöffnete Schlaufen oder zusätzliche Knoten gehören nicht in den Aufbau. Der Artikel Lenkmatte Leinen anbringen zeigt die Verbindung ausführlich.
Manche Hersteller verwenden andere Anschlüsse. Dann gilt die Anleitung des konkreten Modells. Verändere die Waageeinstellung nicht auf Verdacht, weil schon wenige Millimeter das Start- und Flugverhalten beeinflussen können.
Schritt 5: Leinenweg kontrollieren
Gehe vom Tuch zum Steuerpunkt und folge beiden Leinen mit dem Blick. Sie dürfen keine Äste, hohen Pflanzen oder Steine berühren. Eine Leine unter der anderen ist in Ordnung, solange sie sich nur einmal kreuzen und frei bewegen kann.
Nimm die Handschlaufen auf und halte beide Hände auf gleicher Höhe. Sind die Farben vertauscht, gehst du zur Matte zurück und korrigierst die Zuordnung. Tausche die Schlaufen nicht erst während des Starts.
Vergleiche die Leinenlänge. Bei leichtem Zug sollen beide gleichzeitig straff werden. Eine deutlich kürzere Seite zieht die Matte sofort in eine Kurve.
Schritt 6: Matte für den Start ausrichten
Die Eintrittskante zeigt zum Piloten und liegt quer zur Windrichtung. Beide Flügelspitzen sollen gleich weit entfernt sein. Die Mitte der Matte befindet sich genau zwischen den Flugleinen.
Für den ersten Versuch ist ein Starthelfer sinnvoll. Er hebt die Matte mittig an der Eintrittskante an, hält sie offen und wartet auf dein Zeichen. Der Helfer wirft die Matte nicht nach oben. Er gibt sie frei, sobald beide Leinen leicht gespannt sind.
Beim Bodenstart entfernst du die leichte Beschwerung, gehst zum Steuerpunkt und bringst beide Leinen langsam auf Spannung. Ein kurzer gleichmäßiger Zug und einige Schritte rückwärts füllen die Zellen.
Der erste Start nach dem Aufbau
Halte die Hände vor dem Körper. Ziehe beide Leinen gleichmäßig an und gehe ein bis zwei Schritte zurück. Die Matte steigt gerade nach oben. Große Armbewegungen sind unnötig.
Zieht sie sofort nach links, prüfst du nach der Landung die linke Leine, Waage und Flügelhälfte. Entsprechendes gilt für rechts. Lenke keinen fehlerhaften Aufbau mit dauerhaft versetzten Händen aus.
Fliege zunächst nur bis in das obere Drittel. Dort ist die Zugkraft oft geringer. Gewöhne dich an kleine Steuerimpulse, bevor du die Mitte des Windfensters nutzt.
Der Beitrag Lenkmatte starten behandelt Helferstart und Bodenstart getrennt.
Leinen nach dem Flug aufwickeln
Lande die Matte am seitlichen Windfensterrand. Sichere das Tuch, bevor du die Schlaufen ablegst. Löse die Flugleinen an der Waage und stecke die Schlaufen zusammen, damit die Seitenzuordnung erhalten bleibt.
Wickle beide Leinen in einer liegenden Acht auf den Winder. Diese Form reduziert Drall und verhindert, dass sich die Leinen beim nächsten Aufbau untereinander ziehen. Halte eine leichte, gleichmäßige Spannung.
Die Anleitung Drachenleine aufwickeln erklärt das saubere Auf- und Abwickeln Schritt für Schritt.
Typische Aufbaufehler
Eine verdrehte Waage zeigt sich oft durch eine geknickte Flügelspitze. Lande sofort und sortiere die Schenkel. Weiterfliegen belastet Tuch und Nähte ungleichmäßig.
Vertauschte Leinen führen zu einer überraschenden Steuerreaktion. Eine farbliche Markierung an Schlaufe, Winder und Anknüpfpunkt verhindert das.
Ungleich abgewickelte Leinen verändern die neutrale Handposition. Wickle beide Leinen gemeinsam ab und gleiche sie nur nach Herstellerangabe an.
Eine verkehrt herum ausgelegte Matte füllt sich nicht sauber. Die offenen Zellen müssen den Wind aufnehmen können. Kontrolliere Unterseite, Eintrittskante und Waage vor dem Start.
Pflege nach dem Aufbau
Trockne feuchtes Tuch vollständig, bevor du es verstaust. Schüttle Sand aus den Kammern und entferne Gras aus der Waage. Salzwasser wird nach Herstellerhinweis mit klarem Wasser abgespült.
Falte die Matte locker entlang ihrer Kammern. Scharfe Knicke an denselben Stellen verkürzen auf Dauer die Lebensdauer der Beschichtung. Leinen und Winder kommen getrennt oder in das vorgesehene Innenfach.
Prüfe regelmäßig Nähte, Anknüpfpunkte und Leinen. Eine beschädigte Flugleine wird ersetzt, nicht mit einem Knoten mitten im belasteten Bereich verlängert.
Sicherheit und rechtlicher Rahmen
Fliege nie bei Gewitter, stark böigem Wind oder schlechter Sicht. Wickle die dünnen Leinen nicht um Hände oder Körper. Geschlossene Schuhe und geeignete Handschuhe sind bei spürbarem Zug sinnvoll.
Beachte den aufgedruckten Windbereich des Modells. Die passende Größe für Bedingungen und Pilot erklärt der Artikel Lenkmatte welche Größe.
In Deutschland gelten die Vorgaben der Luftverkehrs-Ordnung. Prüfe Flugplatznähe, örtliche Einschränkungen und die zulässige Leinenlänge am gewählten Ort.
Fazit
Der 2-Leiner-Aufbau gelingt zuverlässig mit einer festen Reihenfolge: Tuch zum Wind ausrichten, Waage sortieren, Leinen gemeinsam abwickeln, Schlaufen korrekt anknüpfen und den gesamten Leinenweg prüfen. Danach startet die Matte mit einem gleichmäßigen Zug.
Nimm dir vor jedem Flug zwei Minuten für die Kontrolle. Diese kurze Vorbereitung verhindert Fehlstarts, schont Material und schafft die Ruhe, die du für die ersten sauberen Kurven brauchst.
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