Vier Leinen wirken beim Einpacken zunächst komplizierter als zwei. Mit einer festen Ordnung lassen sie sich jedoch genauso zuverlässig verstauen: Die beiden Leinen der linken Seite bleiben zusammen, die beiden rechten ebenfalls. Gewickelt wird mit wenig Zug in einer Acht, entweder auf beide Griffe oder auf einen geeigneten Winder. Beim nächsten Aufbau läuft der Ablauf exakt rückwärts. So bleiben Haupt- und Bremsleinen zugeordnet und lose Schlaufen ziehen sich nicht zu Knoten zusammen.

Für eine Vierleiner-Lenkmatte mit zwei Griffen ist die getrennte Griffmethode besonders übersichtlich: Auf den linken Griff kommen nur die beiden linken Leinen, auf den rechten nur die beiden rechten. Wer sein System verbunden lagern darf, kann beide Griffe zusammennehmen. Entscheidend ist ein stets gleicher Ablauf.

Vor dem Wickeln: Lenkmatte vollständig sichern

Lande die Matte kontrolliert, entlaste alle vier Leinen und sichere den Schirm so, wie es die Anleitung des Herstellers vorsieht. Eine nur scheinbar ruhig liegende Matte kann bei einer Böe wieder Zug entwickeln. Beginne deshalb nicht mit dem Wickeln, solange jemand im möglichen Startbereich steht oder noch Spannung auf einer Leine liegt.

Wickle niemals eine gespannte Leine um Hand, Finger oder Körper. Dünne Flugleinen können unter Last schneiden. Löse Gras, kleine Zweige und lockere Schlaufen erst bei vollständig entlastetem System. Einen Knoten ziehst du nicht durch kräftiges Zerren auf: Dadurch wird er kleiner und belastet die Faser an einer engen Stelle.

Wenn du den gesamten Ablauf vom Auslegen bis zur Landung suchst, hilft unsere Anleitung zum Fliegen einer Vierleiner-Lenkmatte weiter.

Die vier Leinen vor dem Aufwickeln zuordnen

Bei typischen Quad-Griffen führt vom oberen Ende jedes Griffs eine Haupt- oder Zugleine zur Vorderkante der Matte. Vom unteren Ende führt eine Bremsleine zur Hinterkante. Links gehören somit eine Haupt- und eine Bremsleine zusammen, rechts ebenfalls. Farben, beschriftete Schlaufen und unterschiedliche Mantelungen erleichtern die Zuordnung, ersetzen aber nicht die Anleitung des konkreten Modells.

Lege beide Griffe in Flugposition nebeneinander: Oberseiten nach oben, linker Griff links, rechter Griff rechts. Eine einzelne Überkreuzung ist noch kein Knoten. Drehe nicht wahllos an Griffen oder Matte, sondern verfolge zuerst, welche Seite tatsächlich gekreuzt ist.

Sind Leinen und Matte noch verbunden, kontrolliere auch die Waage. Eine Bremsleine darf beim Einpacken nicht versehentlich durch ein Waagefach oder um eine Waageleine geführt werden. Solche eingeschlossenen Schlaufen sehen beim nächsten Aufbau wie ein schwerer Leinensalat aus, obwohl der Fehler direkt am Schirm sitzt.

Methode 1: Linke und rechte Seite getrennt auf die Griffe wickeln

Diese Variante bewahrt die Zuordnung besonders deutlich. Nimm zuerst den linken Griff. Führe Haupt- und Bremsleine der linken Seite gemeinsam um das obere Griffende, diagonal zum unteren Ende und wieder diagonal zurück. Von vorn betrachtet entsteht fortlaufend eine Acht. Die Leinen liegen als Paar nebeneinander und werden nur so stark gespannt, dass die Windungen nicht abrutschen.

Wiederhole denselben Ablauf am rechten Griff mit den beiden rechten Leinen. Halte die Griffe dabei in einer festen Orientierung. Drehst du einen Griff während des Wickelns ständig um seine Längsachse, gelangen zusätzliche Verwindungen in das Paket.

Stoppe kurz vor der Matte beziehungsweise vor den Waageanschlüssen. Wenn das System getrennt gelagert werden soll, löse die vier Buchtknoten einzeln und merke dir die farbliche Zuordnung. Sichere die Enden in glatten Schlitzen oder mit einem weichen Gummiband. Die Hakenseite eines Klettbandes sollte die Flugleinen nicht berühren, weil sie feine Fasern aufrauen kann.

So bleiben linke und rechte Seite jeweils als Paar erhalten. Dafür wickelst du zweimal und lässt beim Aufbau beide Griffpakete getrennt ablaufen.

Methode 2: Beide Griffe zusammen als Winder verwenden

Viele Vierleiner-Sets lassen sich verbunden einpacken. Lege beide Griffe deckungsgleich zusammen, ohne links und rechts zu vertauschen. Die oberen Enden zeigen in dieselbe Richtung, die Bremsenden ebenfalls. Sichere die Griffe bei Bedarf mit ihrer vorgesehenen Halteschlaufe.

Führe nun alle vier Leinen gemeinsam in einer großen Acht um die Griffenden. Achte darauf, dass die Paare nebeneinander bleiben und sich nicht schon beim Führen umeinander schrauben. Kurz vor der Waage sicherst du die letzte Windung mit einem glatten Gummi oder einem lockeren halben Schlag, sofern die Herstelleranleitung das für dein System vorsieht.

Werden die Griffe beim Auspacken gegeneinander gedreht oder durch die Leinen gesteckt, entstehen Überkreuzungen zwischen linker und rechter Seite.

Methode 3: Vier Leinen auf einen separaten Winder

Ein breiter, flacher Winder eignet sich, wenn die Leinen regelmäßig von der Matte getrennt werden. Markiere auf ihm eindeutig links, rechts und die Vorderseite. Befestige die vier Griffschlaufen in festgelegter Reihenfolge und wickle auch hier in einer Acht. Ein Winder mit glatten, breiten Kanten ist besser als eine schmale Spule oder ein improvisiertes Metallteil.

Diese Lösung spart Platz. Dafür musst du jeden Anschluss neu zuordnen. Sind Markierungen verblasst, darfst du nicht nach Gefühl anschließen. Haupt- und Bremsleinen können sich in Stärke, Länge oder Mantelung unterscheiden.

Vierleiner-Leinen richtig abwickeln

Lege die gesicherte Matte nach Herstelleranleitung aus. Positioniere die Griffe in korrekter Fluglage und löse nur die Sicherung der ersten Windung. Laufe die Leinen entgegen der Wickelrichtung aus. Die Acht wird dabei kontrolliert vom Griff oder Winder abgenommen; wirf das gesamte Paket nicht auf den Boden und ziehe es nicht als Haufen auseinander.

Bleibt eine Schlaufe hängen, halte an. Meist liegt nur eine Windung über der nächsten. Ziehst du weiter, kann das freie Ende durch die Schlaufe rutschen und einen echten Knoten bilden. Am Ende legst du beide Griffe parallel ab und bringst mit wenigen Schritten nur so viel Spannung auf, dass alle vier Verläufe sichtbar werden.

Verbinde getrennte Leinen anhand ihrer Farb- oder Zahlenmarkierung. Nutze ausschließlich die vorgesehenen Anschlusspunkte und Knoten. Unsere Anleitung zum Buchtknoten am Lenkdrachen zeigt das Prinzip der üblichen Schlaufenverbindung.

Kreuzung, Drehung oder falscher Anschluss?

Eine Kreuzung liegt vor, wenn linke und rechte Leinen einmal übereinanderlaufen, aber jeweils geradlinig bleiben. Häufig genügt es, einen Griff außen um den anderen zu führen. Eine Griffdrehung erkennst du daran, dass Haupt- und Bremsleine derselben Seite umeinanderlaufen. Drehe nur den betroffenen Griff in die Richtung zurück, in der die Leinen frei werden.

Bei einem falschen Anschluss führt eine Hauptleine zur Hinterkante oder eine Bremsleine zur Vorderkante. Dann wird nicht durch Drehen korrigiert: Entlaste das System, löse den betreffenden Anschluss und verbinde ihn nach Markierung und Anleitung neu. Starte nicht probeweise in der Zugzone, um die Zuordnung „im Flug“ herauszufinden.

Liegt eine Leine durch die Waage, muss der Verlauf direkt an der Matte sortiert werden. Ziehe die komplette Flugleine nicht unter Spannung durch das Waagegeflecht. Sichere den Schirm, löse bei Bedarf den Anschluss und führe die Leine ohne Reibung zurück.

Leinenlänge und Zustand kontrollieren

Vierleiner reagieren empfindlich auf deutliche Längenunterschiede. Vergleiche die beiden Hauptleinen miteinander und danach die beiden Bremsleinen, ohne die dünnen Leinen stark zu belasten. Kleine Einstellungen erfolgen nur über vorhandene Knotenleitern oder nach Herstellerangabe. Kürze eine einzelne Leine nicht spontan durch einen zusätzlichen Knoten.

Prüfe besonders die Bereiche an Griffschlaufen und Waageanschlüssen. Aufgeraute Fasern, harte Knickstellen, beschädigte Mantelungen oder auffällige Verdickungen sind Warnzeichen. Eine beschädigte Leine wird passend zum abgestimmten Satz ersetzt. Die Sicherheitsregeln für Lenkmatten gelten auch beim Auf- und Abbau.

Nach Strandflügen entfernst du Sand ohne kräftiges Reiben. Feuchte oder mit Salzwasser belastete Leinen werden nach den Pflegeangaben des Herstellers gereinigt und vollständig im Schatten getrocknet, bevor sie fest in der Tasche verschwinden. So bleibt die nächste Sichtprüfung möglich und feuchter Schmutz wird nicht in jede Windung gepresst.

Häufige Fehler beim Einpacken

  • Alle vier Leinen rund um eine Hand rollen: Das erzeugt Eigendrehung und ist gefährlich, falls die Matte wieder Zug bekommt.
  • Linken und rechten Griff ohne feste Lage zusammenwerfen: Beim nächsten Aufbau ist nicht mehr erkennbar, welche Drehung bereits im Paket steckt.
  • Zu stramm wickeln: Schmale Griffkanten oder Winder können die Leine quetschen.
  • Lose Leinen als Haufen auswerfen: Beim Straffen ziehen Schlaufen durch andere Schlaufen.
  • Klett direkt auf die Leinen drücken: Haken können einzelne Fasern erfassen.
  • Knoten unter Zug lösen: Der Knoten zieht sich fester und wird unnötig belastet.
  • Anschlüsse nach Farbe raten: Maßgeblich sind Markierungen und Anleitung des konkreten Leinensets.

Fazit: Zwei Paare, eine feste Reihenfolge

Vierleiner-Leinen bleiben ordentlich, wenn du sie als zwei Seitenpaare behandelst. Linke Haupt- und Bremsleine gehören zusammen, rechte Haupt- und Bremsleine ebenfalls. Wickle mit wenig Spannung in einer Acht, halte Griffe und Winder immer gleich herum und wickele beim nächsten Aufbau kontrolliert in umgekehrter Reihenfolge ab.

Für Einsteiger ist die getrennte Wicklung auf beiden Griffen besonders nachvollziehbar. Vor jedem Start folgt trotzdem die Sichtprüfung: vier freie Leinenwege, korrekte Anschlüsse, intakte Fasern und eine sortierte Waage.

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Achte auf glatte Wickelkanten, eine eindeutige Links-rechts-Zuordnung und eine Ausführung, die zur Leinenstärke und zum vorhandenen System passt. Griffe und Sicherheitszubehör müssen nach Herstellerangabe mit deiner Matte kompatibel sein.