Die Wolkenstürmer Paraflex 1.6 ist eine ältere, kompakte Zweileiner-Lenkmatte mit ungefähr 1,6 Meter Spannweite. Sie wurde als handgeführter Freizeitkite mit zwei Leinen, Lenkbar und Tasche angeboten. Heute taucht sie vor allem gebraucht oder als alter Lagerbestand auf. Für die Kaufentscheidung zählen deshalb Zustand und vollständiges Zubehör stärker als frühere Werbetexte.
Dieser Paraflex-1.6-Test ordnet das Modell ein, erklärt Aufbau und Flugverhalten und zeigt aktuelle Alternativen. Die Zahl 1.6 bezeichnet die ungefähre Spannweite. Sie steht nicht für 1,6 Quadratmeter Fläche und sagt allein wenig über Zugkraft oder Eignung aus.
Welche Paraflex 1.6 ist gemeint?
Unter ähnlichen Namen wurden unterschiedliche Paraflex-Ausführungen verkauft. Die hier behandelte Sport-Lenkmatte ist ein stabloser Zweileiner. Der Wind füllt ihre vernähten Luftkammern und bildet das Profil. Gesteuert wird sie mit einer gemeinsamen Lenkbar. Eine vierleinige Quad-Matte oder ein Trainerkite mit Depower-Bar ist ein anderes System.
Historische Beschreibungen nennen ungefähr 160 bis 165 Zentimeter Spannweite, Polyestersegel, zwei Leinen, eine rund 50 Zentimeter breite Bar, Safety Leash und Transporttasche. Beim Windbereich findet sich häufig eine Angabe von 2 bis 6 Beaufort. Alte Quellen widersprechen sich teilweise. Für ein konkretes Exemplar sind Etikett und Anleitung maßgeblich.
Fehlen Typenschild und Unterlagen, solltest du die Matte nicht allein anhand der Farbe identifizieren. Miss Spannweite und Leinen, fotografiere Waage und Anschlüsse und vergleiche den Lieferumfang mit erhaltenen Produktdaten.
Kurzes Testurteil
Die Paraflex 1.6 ist kompakt, transportfreundlich und ohne Gestänge schnell aufgebaut. Bei gleichmäßigem Wind eignet sie sich für breite Kurven, Achten und Randlandungen. Die gemeinsame Bar hilft Einsteigern, eine neutrale Mittelstellung zu finden.
Ihre geringe Größe macht sie bei starkem Wind nicht automatisch harmlos. Die Zugkraft nimmt mit der Windgeschwindigkeit deutlich zu, während eine kleine Matte schnell reagiert. Eine historische Obergrenze von 6 Beaufort ist kein sinnvoller Lernbereich. Anfänger starten am unteren Rand des freigegebenen Bereichs.
Die Matte gehört in die Hände. Sie ist kein Sprung-, Buggy- oder Landboardkite und wird nicht improvisiert an ein Trapez gehängt. Für solche Anwendungen braucht es dafür entwickelte Systeme, Schulung und passende Sicherheitsausrüstung.
Gebrauchtkauf gründlich prüfen
Breite das Segel auf einer sauberen Fläche vollständig aus. Kontrolliere Ober- und Untersegel, Kammeröffnungen, Nähte und Schleppkante. Kleine oberflächliche Flecken sind weniger kritisch als Risse, aufgegangene Nähte oder poröses Tuch. Ein muffiger Geruch weist auf feuchte Lagerung hin.
Sortiere die Waageleine auf beiden Seiten. Fremdknoten, ausgefranste Abschnitte und sichtbar unterschiedliche Längen müssen vor einem Flug geklärt werden. Löse keine Knoten auf Verdacht. Fotografiere zuerst beide Waageseiten und vergleiche sie spiegelbildlich.
Zum Set gehören zwei gleich lange Flugleinen, die passende Bar, Tasche und je nach Ausführung eine Safety Leash. Leinen mit rauen Stellen, harten Knicken oder beschädigten Endschlaufen werden ersetzt. Material, Länge und Bruchlast müssen zum Modell passen.
Leinen und Bar kontrollieren
Lege beide Flugleinen nebeneinander und bringe leichte Spannung auf. Die Enden sollen gleichzeitig erreichen. Eine deutlich längere Leine lässt die Matte ständig drehen und verführt zu schiefer Barhaltung. Solche Unterschiede werden sauber behoben, bevor die Matte startet.
Prüfe die Bar auf Risse, scharfe Kanten und festen Sitz der Anschlüsse. Die linke Leine muss von der linken Barseite zur linken Waage führen, die rechte entsprechend zur rechten Seite. Eine einzelne Verdrehung der Bar lässt sich durch Drehen des gesamten Griffs lösen.
Die Safety Leash wird ausschließlich nach der historischen Anleitung angeschlossen. Ihr Vorhandensein ist kein Freibrief, die Bar absichtlich loszulassen. Ein unbekanntes oder nachträglich verändertes Sicherheitssystem wird bei sehr wenig Wind und mit fachkundiger Hilfe geprüft.
Geeigneten Flugplatz wählen
Eine freie Wiese oder ein sauberer Strand bietet Platz für die komplette Leinenlänge und einen großen Sicherheitsbereich. Menschen, Tiere, Straßen, Stromleitungen, Zäune, Gebäude und Bäume bleiben außerhalb des Flug- und Absturzraums. Hinter Hindernissen ist der Wind turbulent.
Prüfe Windrichtung und Böen. Ein Windsack oder Handwindmesser hilft mehr als ein kurzer Eindruck im Windschatten. Gewitter, amtliche Wetterwarnung, schlechte Sicht und unkontrollierbare Zugkraft beenden den Flugtag.
Beachte örtliche Regeln und Schutzgebiete. In Deutschland gelten besondere Abstände und Beschränkungen, unter anderem im Umfeld von Flugplätzen. Eine große freie Fläche ist auch bei einer kleinen Matte erforderlich.
Paraflex 1.6 aufbauen
Lege die Matte mit der Schleppkante zum Wind und den Kammeröffnungen von ihm weg auf den Boden. Beschwere die Hinterkante mit weichem Sand oder nutze einen Helfer. Harte Gegenstände und scharfkantige Steine können das Tuch beschädigen.
Wickle beide Leinen vollständig ab. Laufe sie von der Bar bis zur Matte ab und löse Kreuzungen. Verbinde die geschlauften Enden mit den vorgesehenen Waageknoten. Der Buchtknoten wird sauber hinter dem Knoten festgezogen. Die Lenkmatte-Leinen richtig anbringen erklärt diese Verbindung ausführlich.
Halte die Bar waagerecht und bringe nur geringe Spannung auf. Beide Seiten der Waage sollen gleichmäßig reagieren. Zieht eine Seite deutlich früher, prüfst du Leinenlänge, Anschlüsse und Verdrehungen.
Erster Start mit Helfer
Beginne am seitlichen Windfensterrand. Dort ist der Zug geringer als in der Mitte. Der Helfer richtet die Matte auf und hält sie am Tuch. Du gehst zurück, bis die Leinen gerade gespannt sind. Auf ein eindeutiges Zeichen gibt der Helfer die Matte frei, ohne sie hochzuwerfen.
Ein kleiner Schritt rückwärts kann das Profil füllen. Halte die Bar zunächst neutral. Steigt nur eine Seite, wird sofort gelandet und der Aufbau kontrolliert. Starkes Gegenlenken kaschiert den Fehler nur kurz.
Die Zweileiner-Lenkmatten-Anleitung zeigt Windfenster, Start und Landung Schritt für Schritt.
Flugverhalten und Grundübungen
Zum Lenken ziehst du eine Barseite leicht zu dir und führst die andere nach vorn. Kleine Bewegungen genügen. Fliege zuerst weite Bögen im oberen Bereich. Danach folgen große Achten. Schnelle Loopings durch die Fenstermitte erzeugen mehr Zug und gehören nicht an den Anfang.
Eine kleine Matte kann bei wenig Wind absinken, wenn die Leinen locker werden. Laufe einige Schritte rückwärts, statt hektisch an der Bar zu reißen. Bei kräftigerem Wind beschleunigt sie deutlich. Wird die Bar schwer kontrollierbar, landest du am Rand und wartest auf ruhigere Bedingungen.
Für die Landung führst du die Paraflex langsam an den linken oder rechten Rand und setzt sie dort druckarm ab. Ein Helfer sichert die Hinterkante. Die Matte bleibt nie unbeaufsichtigt mit gespannten Leinen liegen.
Eignung für Kinder
Die frühere Vermarktung als Familienkite ersetzt keine individuelle Prüfung. Alter, Gewicht, Erfahrung, Wind und unmittelbare Aufsicht wirken zusammen. Ein Kind baut die Matte nicht allein auf und fliegt nicht weiter, wenn Böen zunehmen oder die Bar nur mit Kraft gehalten werden kann.
Dünne Leinen können unter Spannung schneiden. Der freie Flugraum schützt auch andere Personen. Für sehr junge oder leichte Einsteiger ist ein kleinerer, ruhigerer Zweileiner häufig geeigneter. Die Lenkmatten-Größenberatung erklärt die Auswahl ohne starre Körpergewichtsformel.
Paraflex 1.6 oder aktuelle Sport 1.7?
Die Paraflex Sport 1.7 ist der naheliegende heutige Vergleich, aber kein identisches Modell. Wolkenstürmer nennt für die aktuelle Ausführung 170 Zentimeter Spannweite, etwa einen Quadratmeter Fläche, zwei 20 Meter lange Dyneema-Leinen, Bar, Safety Leash, Groundstick, Tasche und Anleitung.
Diese Daten dürfen nicht rückwirkend auf jede alte 1.6 übertragen werden. Für einen Neukauf hat die 1.7 den Vorteil aktueller Unterlagen und eines klarer nachvollziehbaren Lieferumfangs. Eine technisch einwandfreie 1.6 muss allein wegen weniger Zentimeter Unterschied nicht ersetzt werden.
Größere Paraflex-Modelle entwickeln mehr Zug und sind kein automatischer Nachfolger für leichte Anfänger. Vergleiche Fläche, Windbereich, Leinen und Bedienung statt nur die Modellnummer.
Reinigung und Lagerung
Entferne trockenen Sand und Gras nach dem Flug. Eine feuchte Matte wird vollständig ausgebreitet getrocknet. Stopfe sie nicht nass in die Tasche. Salz und Schmutz werden nach Herstellerangabe mit klarem Wasser entfernt; aggressive Reiniger können Beschichtung und Farben angreifen.
Wickle die Leinen in Achterschlaufen auf den Winder. Sichere beide Enden getrennt, damit sie beim nächsten Aufbau nicht verknoten. Lagere Segel und Leinen trocken, dunkel und ohne schwere Gegenstände auf der Tasche.
Fazit
Die Paraflex 1.6 bleibt als kompakte Zweileiner-Lenkmatte interessant, wenn Tuch, Waage, Leinen und Bar vollständig und intakt sind. Ihr sinnvoller Einsatz liegt bei viel Platz, gleichmäßigem moderatem Wind und ruhigen Lenkbewegungen.
Für Gebrauchtkäufer sind Etikett, Anleitung und Materialzustand wichtiger als kopierte alte Shopdaten. Wer neu kauft, vergleicht die aktuelle Paraflex Sport 1.7 und ähnliche flugfertige Zweileiner anhand von Fläche, Windbereich und Lieferumfang.
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