Lenkmatten-Tricks beginnen mit sauber geflogenen Grundfiguren. Wer die Matte kontrolliert startet, durch das Windfenster führt und am Rand landet, besitzt bereits das wichtigste Werkzeug für Acht, Loop und Tiefflug. Große Handbewegungen sehen spektakulär aus, kosten aber Kontrolle. Gute Tricks entstehen durch kurze Steuerimpulse, passende Leinenlänge und einen freien Flugraum.

Eine Zweileiner-Lenkmatte eignet sich besonders gut für fließende Figuren. Ihr weiches Profil verzeiht eine Bodenberührung besser als ein gerahmter Sportlenkdrachen. Gleichzeitig braucht sie konstanten Druck in den Kammern. Die folgenden Übungen bauen deshalb Schritt für Schritt aufeinander auf.

Vor den ersten Tricks: Matte und Flugplatz prüfen

Lege die Lenkmatte vollständig aus und sortiere die Waageleinen. Beide Flugleinen müssen gleich lang sein und ohne Knoten, Scheuerstellen oder Verdrehungen bis zu den Handschlaufen laufen. Stelle dich mittig vor die Matte. Die Leinen bilden dann ein symmetrisches V.

Der Flugbereich braucht freien Raum:

  • keine Menschen oder Tiere im Flug- und Absturzbereich,
  • keine Straßen, Zäune oder Stromleitungen,
  • keine Bäume direkt am Rand,
  • ausreichend Platz hinter dir für einige Schritte,
  • gleichmäßiger Wind ohne starke Böen.

Wähle für das Training einen Wind im unteren bis mittleren Bereich des Modells. Bei kräftigem Wind werden kleine Fehler schnell und zugstark. Die Herstellerangabe auf Tasche oder Anleitung gibt den zulässigen Windbereich vor.

Trick 1: Die große liegende Acht

Die liegende Acht ist die beste Grundlage für weitere Lenkmatten-Tricks. Starte die Matte gerade bis in das obere Drittel des Windfensters. Ziehe die rechte Hand wenige Zentimeter zu dir. Die Matte beginnt eine Rechtskurve. Sobald ihre Nase nach unten und anschließend nach links zeigt, bringst du beide Hände wieder auf gleiche Höhe.

Für die zweite Hälfte ziehst du kurz die linke Hand. Ziel ist eine breite, gleichmäßige Acht ohne hektische Korrekturen. Die Kreuzung liegt ungefähr vor dir, die äußeren Bögen bleiben deutlich vom Boden entfernt.

Fliegt ein Bogen enger als der andere, war der Impuls auf dieser Seite stärker oder länger. Korrigiere beim nächsten Durchgang nur eine Kleinigkeit. Nach mehreren sauberen Achten erkennst du, wie wenig Handweg tatsächlich nötig ist.

Trick 2: Der kontrollierte Loop

Ein Loop ist eine vollständige Kreisbewegung. Beginne hoch im Windfenster, damit unter der Matte genügend Platz bleibt. Ziehe eine Hand gleichmäßig zu dir und halte den Impuls, bis die Matte den Kreis beendet hat. Führe die Hand anschließend wieder auf die Ausgangshöhe.

Bei jedem Loop verdrehen sich die Flugleinen einmal. Ein Loop in die Gegenrichtung löst die Verdrehung wieder. Zwei oder drei Wicklungen sind bei vielen Leinen kurzzeitig unproblematisch, verändern aber das Gefühl und erhöhen die Reibung. Gewöhne dir deshalb von Anfang an an, die Drehrichtungen auszugleichen.

Ein sauberer Loop ist rund. Wird er zur engen Spirale, war der Zug zu stark. Öffnet sich die Kreisbahn, hast du den Steuerimpuls zu früh gelöst.

Trick 3: Quadrat und klare Ecken

Das Quadrat trainiert Richtungswechsel. Fliege zunächst waagerecht durch das obere Drittel. Gib einen kurzen Steuerimpuls, bis die Matte senkrecht nach unten zeigt. Stelle die Hände sofort wieder gleich. Vor dem Boden lenkst du in die nächste waagerechte Strecke und anschließend nach oben.

Eine Lenkmatte zeichnet keine messerscharfen Ecken wie ein steif abgestimmter Trickdrachen. Trotzdem lässt sich die Bahn deutlich gliedern. Entscheidend ist der Wechsel zwischen Lenken und Geradeausflug. Bleibt eine Hand dauerhaft hinten, entsteht ein Bogen.

Übe das Quadrat in beide Richtungen. So vermeidest du eine starke Lieblingsseite und lernst, Höhe sowie Geschwindigkeit besser einzuschätzen.

Trick 4: Tiefflug ohne Bodenkontakt

Beim Tiefflug führst du die Matte parallel zum Boden. Starte mit mindestens zwei bis drei Metern Abstand. Lenke am Windfensterrand nach unten, richte die Matte rechtzeitig waagerecht aus und halte beide Hände ruhig.

Am unteren Rand kann die Zugkraft deutlich steigen. Gleichzeitig bleibt wenig Zeit für eine Korrektur. Taste dich deshalb in kleinen Schritten an geringere Höhen heran. Der sichere Tiefflug zählt mehr als ein hektisches Manöver wenige Zentimeter über dem Gras.

Fällt eine Flügelspitze ab, lenke sanft zur höheren Seite. Starkes Gegenreißen führt häufig zu einer Pendelbewegung. Bei böigem Wind pausierst du die Übung und fliegst höher.

Trick 5: Stoppen am Windfensterrand

Eine Zweileiner-Lenkmatte kann nicht wie ein Vierleiner beliebig in der Luft stehen. Am seitlichen Windfensterrand wird sie jedoch langsam. Fliege einen weiten Bogen nach links oder rechts und reduziere den Leinenzug durch einen kleinen Schritt nach vorn.

Die Matte bleibt kurz in einer ruhigen Randposition oder sinkt kontrolliert. Mit einem Schritt zurück und gleichmäßigem Zug bringst du sie wieder in Fahrt. Diese Übung verbessert das Gefühl für Winddruck und hilft bei sicheren Landungen.

Der Artikel Lenkmatte fliegen erklärt die Grundsteuerung und den Aufbau des Windfensters ausführlich.

Trick 6: Die kontrollierte Randlandung

Die Randlandung ist der praktischste Trick des ganzen Trainings. Führe die Matte langsam an den linken oder rechten Rand. Kurz über dem Boden richtest du die Eintrittskante nach oben oder leicht nach außen. Gehe einen Schritt auf die Matte zu, damit der Leinendruck sinkt.

Die Matte setzt mit wenig Geschwindigkeit auf einer Flügelspitze oder der Hinterkante auf. Danach legst du die Handschlaufen ab und sicherst das Tuch gegen erneutes Starten. Ziehe die Matte niemals unter Spannung über den Boden.

Eine Landung im Zentrum des Windfensters erzeugt mehr Zug und Geschwindigkeit. Für Einsteiger ist der Rand deshalb die bessere Wahl.

Trick 7: Start nach einer weichen Landung

Liegt die Matte sauber mit der Eintrittskante nach oben, kann ein Neustart gelingen. Gehe seitlich, bis beide Leinen wieder frei liegen. Bringe sie vorsichtig auf Spannung und prüfe, ob keine Waageleine über die Hinterkante läuft.

Bei einer seitlich liegenden Matte hilft ein ruhiger Zug an der oberen Leine. Sie richtet sich auf und wandert zum Rand. Funktioniert das nach zwei Versuchen nicht, gehst du zur Matte und legst sie neu aus. Starkes Ziehen über Gras oder Sand belastet Tuch und Waage unnötig.

Trick 8: Geschwindigkeit bewusst verändern

Die Matte beschleunigt im Zentrum des Windfensters und wird am Rand langsamer. Du kannst diesen Effekt durch deine Position verstärken. Ein Schritt zurück erhöht kurz den Druck und unterstützt einen Start oder eine steigende Linie. Ein Schritt nach vorn nimmt Spannung heraus.

Nutze Körperbewegung sparsam. Dauerndes Rückwärtslaufen endet schnell am Rand des Flugplatzes. Markiere deinen Startpunkt gedanklich und kehre nach einer Figur dorthin zurück.

Verschiedene Figuren verbinden sich gut zu einer Folge: Start, große Acht, Loop rechts, Loop links, Tiefflug und Randlandung. Diese kurze Kombination trainiert fast alle Grundlagen.

Typische Fehler bei Lenkmatten-Tricks

Zu große Handbewegungen sind der häufigste Fehler. Die Matte dreht dann enger als geplant und verliert Höhe. Halte die Hände vor dem Körper und lenke hauptsächlich aus Unterarmen und Handgelenken.

Ungleiche Leinen führen zu einer dauerhaften Kurve. Vergleiche die Enden am Winder und gleiche die Länge nach Herstelleranleitung aus. Ein Knoten mitten in der Flugleine ist keine gute Längenkorrektur, weil er die Leine schwächt.

Verdrehte Waageschenkel verändern das Profil. Kontrolliere vor jedem Start beide Seiten vom Anknüpfpunkt bis zur Matte. Hinweise zur richtigen Verbindung findest du im Beitrag Lenkmatte Leinen anbringen.

Zu viel Wind macht das Training unruhig. Eine kleinere Matte kann weniger Fläche besitzen, doch Modellprofil und Freigabe bleiben entscheidend. Der Ratgeber Lenkmatte welche Größe hilft bei der Auswahl.

Sicherheit beim Tricktraining

Halte die Leinen vom Körper fern und wickle sie nie um Hände oder Finger. Dünne gespannte Leinen können schneiden. Geschlossene Schuhe und passende Handschuhe verbessern den Schutz. Bei Gewitter, schlechter Sicht oder plötzlich starken Böen wird die Matte gelandet und eingepackt.

Beobachte den gesamten Flugraum, nicht nur das Tuch. Spaziergänger können von hinten oder seitlich in den Bereich laufen. Unterbrich die Figur frühzeitig und lande am Rand.

In Deutschland gelten für Drachen die Vorgaben der Luftverkehrs-Ordnung. Prüfe örtliche Einschränkungen, Flugplatznähe und die zulässige Leinenlänge, bevor du einen neuen Platz nutzt.

Fazit

Gute Lenkmatten-Tricks entstehen aus Kontrolle. Die große Acht schult gleichmäßige Kurven, der Loop die Dosierung des Steuerimpulses und der Tiefflug das Einschätzen von Höhe. Randposition und Randlandung bringen Ruhe in jede Übungsfolge.

Trainiere jeweils eine Figur für einige Minuten und beende die Einheit mit einer sauberen Landung. Sobald beide Richtungen sicher funktionieren, verbindest du die Übungen zu kurzen Abläufen. So wächst das Repertoire ohne unnötige Hektik.

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