Wie waren meine ersten Tage im Grundwehrdienst der Bundeswehr? Was kann ich euch als W9-er für die Grundausbildung berichten?

Erste Tage – Grundwehrdienst – Biwak – Sport – Stress und Spannung

Die erste Woche fand ich purer Horror! Eigentlich wollte ich ja da weglaufen, aber da alle Kameraden das nicht tagen, wär man ja gleich aufgefallen :)

Empfehlen kann ich mal, dass ihr wirklich wenig Zeugs mitnehmt. Hab aber extra Berichte zu diesem Thema hier verfasst.

Es ging also mal zum Personalien-Ausfüllen. Das war ja alles noch herzlich im vergleich zu den kommenden Wochen. Es brüllte einen zwar jeder an, doch man kannte die Personen ja nicht. Deswegen halt „herzlich“.

Nach dem die Personalien dran waren, gings dann Ausrüstung sammeln. Hoch zur Stov / Standortverwaltung, Krempel packen, Größe messen. Son Zeugs halt. Mit Voller Montur ging dann wieder in die Kaserne. Schon in den ersten Stunden merkte man das, was zum Soldaten-Alltag gehört: Dumm Zeugs labern und WARTEN.. Hehe. Lustige Erinnerungen.

Wer dann meinte, auf der Stube chillen zu könnten, dem wurde mal beigebracht, innerhalb 2 Sekunden von der Stube auf den Lichtflur zuzurennen. So verbrachten wir dann den ersten Tag… Angebrüllt zu werden, Stress pur. Ach, was waren das Zeiten… Maskenball, Kleiderordnung, und soviel zu lernen. Und wenn man es vergas, wieder GEBRÜLL. Klasse…

Die weiteren Tage in der Grundausbildung

Die kommenden Tage gings dann ans Eigemachte… Gleich raus aufs Feld. Sportübungen, Waffendrill, Geländemarsch. Geschont wurde man nicht. Nur die etwa 2 h Pro Tag Theorieunterricht konnte man zum entspannen nutzen.

Ihr werdet die ersten 4 Wochen lange Dienst haben, bis 20 – 22 Uhr. Nutzt dann jede Gelegenheit zum schlafen.

Bundeswehr Wehrdienst ersten Tage im Grundwehrdienst

Schikane ist normal. Sowas nennt sich Dummfick. Gewöhnt euch dran. Nehmt es nicht zu ernst. Irgendwann wird es lockerer.

Ich glaub, so nach 4 Wochen hatte man sich dann an alles gewöhnt

Und entweder gingen einem dann die Kameraden auf den Keks und man legte sich wegen jedem Kleinkram an, oder man ertränkte alles in Alkohol.

Denkt dran, euch ABENDS zu rasieren. Frisch rasiert und Tarnschminke vertragen nur die harten – oder die doofen. Zudem hat man morgens keine Zeit. Klamotten abends rauslegen ist clever. Und Schuhe immer so parat stellen, dass bei einem Nachtalarm ihr in 10 Sekunden gekleidet seid.

Übrigens hatte ich nie in meiner Kaserne nen Nachtalarm. Klar, im Biwak. Aber ich hab mich 3 Monate lang gefragt, wann es man Laut nachts wird.

Big Brother halt, nur ohne Kamera.

Egal was. Ich denk, vielen wird es kein Spass machen. Zurückblickend bin ich stolz über die 3 Monate. Ich hab Dinge erlebt, die man als Sessel-furzender Bürohengst nie erleben wird.

Das waren Erfahrungen, die man ein Leben lang hat! Frust? Naja. Klar hat man denen. Ist alles nicht so Mammi und Gymansiums-Like, wie man das gewohnt ist. Aber ihr werdet das nie vergessen. Und es hat was an sich!