Verkaufen, was man nicht hat und dabei Geld verdienen? In der heutigen Zeit ein einfaches Geschäftsmodell: Dropshipping. So wird man Unternehmer im E-Commerce ¬ mit eigenem Online-Shop, Branding und nur den Laptop als Arbeitsplatz und Warenlager. Doch was ist Dropshipping? Wie fängt man damit an? Und was sind die Vorteile und Nachteile?

Was ist Dropshipping? Ein Beispiel

Der Kunde sucht zu Weihnachten eine goldene Uhr als Geschenk. Eine günstige ist schnell gefunden, er bestellt sie und wartet auf seine Bestellung. Das Besondere dabei: Der Online-Shop lagert die Uhr nicht selbst ¬ es war ein Dropshipping-Shop. Der Betreiber der Uhren-Webseite kauft erst nach der Bestellung die Uhr beim Lieferanten und dieser schickt sie an den Kunden; der Kunde merkt davon nichts. Dabei kauft der Webseiten-Betreiber die Uhr billiger ein, als er sie verkauft und macht so einen Gewinn. Produkte verkaufen, die man erst nach der Bestellung selbst einkauft, das ist Dropshipping. Doch wie beginnt man damit? Schließlich brauch man einen Online-Shop und Produkte. Der Shop kommt über das Tool Shopify: Damit kann man schnell einen Shop einrichten; ihn designen und ein eigenes Logo entwerfen. Die Produkte werden darauf über Oberlo hinzugefügt ¬ über dieses Tool hat man Zugang zu tausenden Lieferanten weltweit.

Versand mit ePacket

Doch Produkte aus der ganzen Welt sind nicht über Nacht beim Kunden ¬ acht Wochen Lieferzeit sind keine Ausnahme. Doch um die Geduld der Kunden zu schonen, haben Händler aus Hongkong und China e-Packet erfunden; denn ePacket macht den internationalen Versand einfach. Dabei schlossen Händler aus China eine Vereinbarung mit dem US Postal Service, sodass sich die Lieferzeit auf maximal 30 Tage verkürzt. Dafür muss das Paket nur einige Anforderungen erfüllen: Es darf höchstens 2 kg wiegen und nicht mehr kosten als 400 US-Dollar.

Die Vorteile von Dropshipping

– Wenig Kapitalbedarf: Lagerung und Bestand verschlingen keine Unsummen und es fallen keine Kosten an für Versicherung oder Sicherung ¬ so ist ein schneller Anfang ohne viel Kapitalaufwand gemacht.

– Kaum Startschwierigkeiten: Weil die Produkte keine Pflege erfordern, kann man sich ganz auf seine eigenen Stärken konzentrieren und seinen Shop voranbringen. Denn die Produkte werden nicht transportiert, gelagert, versichert, verpackt und verkauft ¬ der ganze Aufwand fließt in den Shop.

– Geringe Kosten: Ein Homeoffice und einen Laptop, ¬ das ist alles, was man braucht. Deshalb betragen die monatlichen Kosten meist nicht mehr als 100 Euro.

– Standortunabhängigkeit: Der ganze Shop findet Platz im eigenen Laptop; so arbeitet man, wo man will.

Die Nachteile von Dropshipping

– Geringe Gewinnmarge: Der Markt ist gesättigt und es herrscht ein großer Konkurrenzkampf untereinander. Wer für sich keine Nische findet, muss mit wenig Gewinn rechnen.

– Bestandsprobleme: Wer kein eigenes Lager hat, hat auch keinen Überblick über den Bestand ¬ Engpässe sind deshalb keine Seltenheit.

– Komplexe Lieferungen: Viele Lieferanten bedeuten viele Unterschiede in den Versandkosten und Lieferzeiten. Wie vereinheitlicht man die Lieferzeit für den Kunden? Oder hält die Versandkosten einheitlich?

– Fehler der Supplier: ePacket macht den internationalen Versand einfach, doch auch Lieferanten können Fehler machen ¬ das Produkt ist falsch, beschädigt oder verspätet. Darauf bleibt man sitzen, weil man dem Kunden gegenüber verantwortlich ist.